The
World, The Flesh And The Devil ist das zweite Album
(eigentlich schon das vierte, wenn man die Drag Me Up-EP
und das am 10.07.09 erschienene For Sardines Space Is
No Problem „Space Rock Theme“-Album mitzählt)
der schwedische Formation THE MOVEMENTS nach dem hoch
gelobten Grains Of Oats aus dem Jahr 2006. Und
es macht da weiter, wo das Debüt aufhörte. Mal ruppiger,
mal melancholischer psychedelischer Garagen-Pop-Rock mit Ausflügen
Richtung Punk (sehr dezent) und deftigeren Anleihen beim Space
Rock (I Am You). Dazu spielt Gustaf Gimstedt Orgel, wie
sie den Doors oder Seeds bereits gut zu Gesicht gestanden hat.
Christian Johanssons Gitarrenspiel gefällt ebenfalls, sowohl
in den raueren wie ruhigen Momenten. Wie beiläufig springen
knarzige Mitsinghymnen wie der „pretty little“ Underdog
raus, aber auch wenn es etwas sperriger und unspektakulärer
zugeht, bleibt The World, The Flesh And The Devil
einnehmend und gewinnt mit jedem Hördurchhang.
Nicht geringen Anteil daran haben die elegischeren Stücke,
teilweise unterstützt durch Streicher und Bläser des
Göteborger Symphonieorchesters, die dem Album seinen leicht
düsteren Grundtenor verleihen. Herausragend dabei dass
mit knapp fünfeinhalb Minuten zweitlängste Lied mit
dem nachdenklichen Titel The Fun Ain't For Free. Kein
Wunder, entstand The World, The Flesh And The Devil
doch zum Großteil im Krankenhaus, in dem Sänger David
Henriksson wegen einer Krebserkrankung einige Zeit verbringen
musste. Glücklicherweise ist die Krankheit überwunden,
und so wird er auf den anstehenden Konzerten den Frontmann geben,
etwas, dass ihm nach der Veröffentlichung von Grains
Of Oats nicht vergönnt war.
Auch ohne Drogen ist The World, The Flesh And The Devil
ein kunterbuntes, berauschendes „Retro-Konglomerat aus
Psychedelic Rock, Garagepunk und Rock'n'Roll“ (findet
nicht nur das Label), das seine Lavalampe im Hier und Jetzt
aufgebaut hat und sie ordentlich pulsieren lässt.