THE LAST HANGMEN – Servants Of Justice

 
Label: Eigenproduktion
Release: 01.07.2011
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 41:06
Stil: Melodic Death Metal
URL: The Last Hangmen
 

Getragen, ja fast spirituell beginnt der Marsch zum Galgen, die ersten Minuten von Servants Of Justice beherrscht nämlich orchestraler Bombast. Eine gute Taktik, denn Lupara Bianca trifft hochmelodisch und pfeilschnell umso überfallsartiger ins Schwarze. Neben Highspeed haben die Dresdener aber auch beschwingte, hymnische Gitarrenmotive zu bieten und sorgen für Varianz.

Klargesang oder moderne Spielereien haben THE LAST HANGMEN nicht nötig, sie überzeugen während The Hypocrite mit einer pfiffigen Mischung aus hervorragender, niemals zu selbstherrlicher Gitarrenarbeit, bedrohlicher Stimmung, rhythmischen Riffs und einer Prise Keyboardpathos in der Hinterhand. Mit eingängigen Refrains will es (noch) nicht so 100%ig klappen, doch so bewegt man sich weitab von Kitsch oder platter Effekthascherei. Auch bei Crash Course Dying findet wieder ein herrlich elegischer Gitarrenteil neben zackigen Attacken Einzug ins gelungene Gesamtgefüge, dann lassen im Verlauf von Little Ease Kalmah-ähnliche Dampfhammerriffs alle Luftgitarreros schwitzen.
Um einiges ausladender funktioniert Knocking Tombstones Down ebenso prächtig, der Grundcharakter kippt ins Unheimliche und wird durch eine düster dahinwalzende Passage adäquat umgesetzt. Solch überraschende, etwas unübliche Einschübe gehen diesem Album sonst leider ein wenig ab. Dieses Stück lässt allerdings neben der durchgehend furiosen Gitarrenarbeit für die Zukunft Großes erwarten, ebenso wie das durch effektive Taktwechsel spannende Finale Cloak And Dagger Operation, das sicherlich so einige Nackenwirbel schreddern wird. Der Kreis schließt sich schlussendlich mit dem wiederum symphonischen Withdraw The Hangmen! in passender, wenn auch ein wenig unspektakulärer Weise.    

Auf Servants Of Justice packen THE LAST HANGMEN sehr vieles richtig an: die feine Gitarrenarbeit, Tempovariationen und die richtige Dosis an Verspieltheit bestechen, wogegen bei den Refrains und Überraschungsmomenten noch einiges an Potential auszuschöpfen wäre.