Wenn
man If_Then_Else im Nachgang betrachtet, kann
man die Aufregungen rund im die Holländer verstehen, bescheren
sie doch den Fans und willigen Hörer eine Achterbahn der
Gefühle, was die musikalische Ausrichtung angeht. Nachdem
man mit How To Measure A Planet einen absoluten
Stilbruch zu den vorangegangenen und heißgeliebten Alben
Mandylion und Nighttime Birds hingelegt
hatte (die Death Metal Anhänger der Anfangstage hatte man
bereits mit selbigen vertrieben), scheinen sich THE GATHERING
auf If_Then_Else wieder zurückzubesinnen,
Brücken zu bauen oder Eingewöhnungshilfen zu geben.
Vielleicht war es aber auch ein Schritt zurück aus Angst
vor der auf How To Measure A Planet zelebrierten
Courage...
Wohl scheinen sie sich nicht dabei zu fühlen, denn das
vorliegende Album ist für sich genommen zwar nicht schlecht,
entwickelt aber eine gewisse Zerrissenheit, wirkt zu bemüht
und zu konstruiert. Ja, man möchte sich stilistisch weiterentwickeln,
aber auch die alte Magie wieder neu entfachen und nicht alle
Fans dabei verprellen. Funktioniert so nicht, bedeutet nun aber
auch nicht den Niedergang der Band. If_Then_Else
ist im Vergleich zu den Vorgängern einfach ein weniger
glanzvolles Album, liegt aber immer noch über dem üblichen
Durchschnitt.
THE GATHERING probieren sich auch hier wieder an neuen
Elementen und Effekten und setzen diesmal auf klassische Instrumente.
Es gibt verschiedenste Bläser, was manchmal ein wenig kitschig
wirkt, oder auch Streicher, was wiederum ausgesprochen schön
klingt. Neben vielen Gitarreneffekten findet sich aber auch
noch eine Hammond Orgel in Colorado Incident, was dann
doch ein bisschen zu viel des Guten ist. Der Gesang von Anneke
van Giersbergen ist zwar wie immer erhaben schön, nur gibt
es für meinen Geschmack schon zu viel Gesäusel. THE
GATHERING sind nämlich immer dann brillant, wenn sie
richtig rocken, was nicht zwangsläufig Metal sein muss.