Als
vor über einem Jahr der Song Heroes For Ghosts veröffentlicht
wurde, war ich hellauf begeistert. Der Track lief wochenlang
hoch und runter, wurde regelrecht zur Hymne für eine gewisse
Phase in meinem Leben. Danach wurde das Warten lang, sehr lang,
trotz des zweiten, gleichermassen epischen Songs Meltdown,
welcher allerdings so ganz anders als Heroes For Ghosts
ausfiel.
Wie dem auch sei, nun ist es endlich da, das zehnte Studioalbum
der holländischen Prog Rocker von THE GATHERING.
Nachdem man sich auf The West Pole mit Sängerin
Silje Wergeland zwangsläufig neu orientieren musste, hat
man den gemeinsamen Nenner nun offensichtlich gefunden und präsentiert
sich auf Disclosure wieder selbstbewusster, fokussierter
und stimmiger. Der ganze große Wurf ist THE GATHERING
noch nicht gelungen, auch wenn es an Disclosure
nicht mehr allzuviel zu meckern gibt, aber da mache ich mir
für die Zukunft auch überhaupt keine Sorgen.
Auch wenn Disclosure einen deutlichen Schritt
nach vorn macht, benötigt man mehrere Durchläufe,
bevor sich das Album vollends entfaltet. Hat man beim ersten
Mal sofort Highlights und Schwachpunkte ausgemacht, verwischen
mit jedem weiteren Hören die Grenzen, verschmelzen die
Songs zu einem harmonischen Ganzen. Paralized und Missing
Season können das Niveau vielleicht nicht ganz mithalten,
fallen aber auch nicht unangenehm deutlich ab. Bei den restlichen
Tracks fällt es schwer besondere Highlights hervorzuheben,
schon weil man Heroes For Ghosts (hat eine einzigartige
Atmosphäre) und Meltdown (ich liebe die Trompete
in diesem Song) lange kennt. Ich liebe das spacige Ende in I
Can See Four Miles. Und ich mag Gemini I und II,
wobei Gemini II, nach einer etwas längeren Pause
mit dem Gefühl eines Bonustracks, das Thema von Gemini
I in einer etwas anderen Form wieder aufgreift und Disclosure
zu einem wundervollen Ende bringt.