THE GATHERING – Disclosure

 
Label: Psychonaut Records
Release: 12.09.2012
Von: Dajana
Punkte: 8.5/10
Time: 51:42
Stil: Progressive Rock
URL: The Gathering
 
Als vor über einem Jahr der Song Heroes For Ghosts veröffentlicht wurde, war ich hellauf begeistert. Der Track lief wochenlang hoch und runter, wurde regelrecht zur Hymne für eine gewisse Phase in meinem Leben. Danach wurde das Warten lang, sehr lang, trotz des zweiten, gleichermassen epischen Songs Meltdown, welcher allerdings so ganz anders als Heroes For Ghosts ausfiel.
Wie dem auch sei, nun ist es endlich da, das zehnte Studioalbum der holländischen Prog Rocker von THE GATHERING. Nachdem man sich auf The West Pole mit Sängerin Silje Wergeland zwangsläufig neu orientieren musste, hat man den gemeinsamen Nenner nun offensichtlich gefunden und präsentiert sich auf Disclosure wieder selbstbewusster, fokussierter und stimmiger. Der ganze große Wurf ist THE GATHERING noch nicht gelungen, auch wenn es an Disclosure nicht mehr allzuviel zu meckern gibt, aber da mache ich mir für die Zukunft auch überhaupt keine Sorgen.
Auch wenn Disclosure einen deutlichen Schritt nach vorn macht, benötigt man mehrere Durchläufe, bevor sich das Album vollends entfaltet. Hat man beim ersten Mal sofort Highlights und Schwachpunkte ausgemacht, verwischen mit jedem weiteren Hören die Grenzen, verschmelzen die Songs zu einem harmonischen Ganzen. Paralized und Missing Season können das Niveau vielleicht nicht ganz mithalten, fallen aber auch nicht unangenehm deutlich ab. Bei den restlichen Tracks fällt es schwer besondere Highlights hervorzuheben, schon weil man Heroes For Ghosts (hat eine einzigartige Atmosphäre) und Meltdown (ich liebe die Trompete in diesem Song) lange kennt. Ich liebe das spacige Ende in I Can See Four Miles. Und ich mag Gemini I und II, wobei Gemini II, nach einer etwas längeren Pause mit dem Gefühl eines Bonustracks, das Thema von Gemini I in einer etwas anderen Form wieder aufgreift und Disclosure zu einem wundervollen Ende bringt.