Das macht er überaus
annehmbar, seine feste und doch anklagende Stimme passt perfekt
zu den elegischen, tief melancholischen Klanggebilden, die
sich hier auftürmen. Dazu kommen meterhohe Gitarrenwände,
die den Hörer in ein tiefschwarzes Labyrinth einsperren,
und die ausdrucksstarken Growls von Pim Blankenstein (Officium
Triste), der somit den Part von Rogga Johannson (war noch
auf dem Debüt aktiv) übernimmt. Die 7 meist überlangen
Stücke entwickeln sich zwar mit Bedacht, erzeugen dabei
aber eine Sogwirkung, der man sich nur schwerlich entziehen
kann. Das liegt sowohl an den schwelgerischen Melodien und
dem guten Gesang, als auch an der sehr deutlich vernehmbaren
Härte, selten eine Platte gehört, bei der diese
Kombination so gut funktioniert hat.
Songs wie der Opener We All Die Alone (mit behutsam
eingesetzter Piano-Untermalung), das treibende Tears Of
The Bereaved (mit allerdings nervendem Sample einer weinenden
Frau im Mittelteil) oder das fies dahin schlurfende Nothing
But Pain fräsen sich spätestens beim dritten
Durchlauf unbarmherzig in die Hirnwindungen des Hörers.
Also vorsichtig, der Genuss dieser Platte kann süchtig
machen…
Inzwischen scheint
sich THE 11th HOUR auch weg vom Studio-Projekt zu einer
richtigen Band zu entwickeln, die inzwischen bereits einige
Mal live aufgetreten ist. Bis die Band dann also mal bei euch
in der Nähe spielt, könnt ihr euch bestens mit Lacrima
Morte trösten, es lohnt sich!