THE 11th HOUR – Lacrima Mortis

 
Label: Napalm Records
Release: 27.01.2012
Von: Psycho
Punkte: 9.5/10
Time: 52:14
Stil: Doom/Death Metal
URL: The 11th Hour
 
Wer Ed Warby bisher aus dem Death Metal bzw. Prog Rock kennt: der Mann scheint nicht nur chronisch unterbeschäftigt zu sein, sondern er kann auch langsam. THE 11th HOUR bieten nämlich auf Lacrima Mortis epischen Doom/Death Metal (mit einer gehörigen Prise Goth-Feeling) vom Feinsten, wobei Ed nicht nur die Musik geschrieben und fast alle Instrumente eingespielt, sondern gleich auch noch die cleanen Gesangsparts übernommen hat.

Das macht er überaus annehmbar, seine feste und doch anklagende Stimme passt perfekt zu den elegischen, tief melancholischen Klanggebilden, die sich hier auftürmen. Dazu kommen meterhohe Gitarrenwände, die den Hörer in ein tiefschwarzes Labyrinth einsperren, und die ausdrucksstarken Growls von Pim Blankenstein (Officium Triste), der somit den Part von Rogga Johannson (war noch auf dem Debüt aktiv) übernimmt. Die 7 meist überlangen Stücke entwickeln sich zwar mit Bedacht, erzeugen dabei aber eine Sogwirkung, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Das liegt sowohl an den schwelgerischen Melodien und dem guten Gesang, als auch an der sehr deutlich vernehmbaren Härte, selten eine Platte gehört, bei der diese Kombination so gut funktioniert hat.
Songs wie der Opener We All Die Alone (mit behutsam eingesetzter Piano-Untermalung), das treibende Tears Of The Bereaved (mit allerdings nervendem Sample einer weinenden Frau im Mittelteil) oder das fies dahin schlurfende Nothing But Pain fräsen sich spätestens beim dritten Durchlauf unbarmherzig in die Hirnwindungen des Hörers. Also vorsichtig, der Genuss dieser Platte kann süchtig machen…

Inzwischen scheint sich THE 11th HOUR auch weg vom Studio-Projekt zu einer richtigen Band zu entwickeln, die inzwischen bereits einige Mal live aufgetreten ist. Bis die Band dann also mal bei euch in der Nähe spielt, könnt ihr euch bestens mit Lacrima Morte trösten, es lohnt sich!