TIME HAS COME – White Fuzz

 
Label: Regain Records
Release: 23.05.2008
Von: the.wangacopta
Punkte: 6/10
Time: 40:02
Stil: Breakcore /Grind/Noise
URL: Time Has Come
 
Vier Jahre gibt es TIME HAS COME nun schon. Aber in diesen vier Jahren und wohl auch noch in den nächsten 400 Jahren wird es keine treffende Musikrichtung geben, die den Sound der Hamburger Kapelle mit nur einem einzigen Wort beschreibt. Und um noch mehr Verwirrung zu stiften: Die genannten Stilrichtungen dürfen auch gerne noch um Hardcore, Techmetal, Mathcore oder was auch immer ergänzt werden, denn all diese Stile gibt es auf ersten full-length nach einer Split und EP zu hören. Und genau das macht White Fuzz alles andere als zu einem eingängigen Album. Aber lasst mich, der Komplexität zum Trotz, euch die markantesten Trademarks von White Fuzz an die Hand geben. Vocalist Disco-Stu (Simpsons rules!) wird maximal live seinem Namen gerecht, auf Scheibe gepresst gibt er die volle Hardcore-Schreihals-Breitseite. So abgefahren gut wie es ist, wenn er fast in Seth Putnam Sphären vordringt und seine Lyrics rausschreit, geht es mir mit der Zeit genauso auf die Eier, wenn er wie eine gecastete Dieter Bohlen Heulboje Silben und/oder Worte in cleaner Einlage runterjammert oder wimmert. Das ewige Angejammer, um dann in Schreiekstasen zu münden, nervt auf die Dauer einfach. Der Sound ist so konstant, wie es die Vocals sind, nämlich alles andere als das. Bei der Vielzahl von Elementen, die TIME HAS COME verwursten, ist es nicht verwunderlich, dass die Songs zu komplexen, teilweise sperrigen Ungetümen reifen, die sich nicht an Tempo oder Geradlinigkeit messen lassen. Da trifft dann bspw. ein stampfender Beat auf Atari und C64 Tönen der 80er, um dann auch schon wieder im Noise zu münden. Aus einer gelegentlichen Circle-Pit Stimmung wird man durch Tempoverschärfungen, -drosselungen oder aufkeimender Melodie rauskatapultiert, um zu staunen oder sich eine Gerstenkaltschale an der nächsten Theke zu holen. Die Grundstimmung die White Fuzz dabei allerdings vermittelt ist immer gleich: Abgefahren, aggressiv, quälend mit leichten Lockerungsübungen in der Harmonie. Interessant ist das allemal, für meine Ohren aber auch sehr anstrengend zu hören. Da muss man definitiv Fan von sein.