THARAPHITA – Iidsetel Sünkjatel Radad

 
Label: Nailboard Records
Release: 26.02.2007
Von: Bulletrider
Punkte: 8/10
Time: 36:25
Stil: Pagan Thrash/Black Metal
URL: Tharaphita
 
Wie man heidnische Metal auch ohne genrefremde Instrumente, Synthies (ok, im letzten Song gibt’s ein paar davon), Chöre etc. auch interpretieren kann, zeigen die aus Estland stammenden THARAPHITA auf ihrem mittlerweile vierten Album (die Band ist bereits seit Ende der 90er aktiv) namens Iidsetel Sünkjatel Radad doch recht ordentlich. Statt wie andere Bands relativ bombastisch an die Sache heranzugehen, kommen THARAPHITA angenehm wild, aggressiv und irgendwie frisch rüber. Frisch vor allem deshalb, weil man den sieben enthaltenen Songs schon eine gewisse Stürmigkeit und vor allem Spielfreude anhört. Musikalisch werden nicht wirklich frische oder neue Pfade betreten, setzen THARAPHITA auf Iidsetel Sünkjatel Radad doch eher auf eine räudigen old school lastigen Sound der etwas Heavy Metal mit einer großen Dosis polternden Black und Thrash kombiniert, dabei aber gleichzeitig den ursprünglichen, heidnischen Spirit im Stile Moonsorrows Verisäkeet mitbringt. Letzterer jedoch in komprimierter Form, da die Songs allesamt zwischen fünf bis sieben Minuten pendeln und keine Tracks mit Überlänge zu finden sind.
Die Songs gehen allesamt verdammt gut ins Ohr und schon nach den ersten Takten wippt zuerst der Fuß mit, Kopfnicken setzt ein und schließlich bangt und kreischt man lauthals mit. Auch wenn man bei den komplett in Landessprache gehaltenen Texten nicht wirklich weiß, was man denn da kreischt. Macht aber nix – auf jeden Fall ist’s kämpferisch, hehe.
Iidsetel Sünkjatel Radad macht wirklich Laune. Ein wenig wirkt das Album auf mich so, als ob Kreator, Nocturnal Breed und Bewitched beschlossen hätten, sich etwas von der Epik Pagan Metal’ scher Riffs und ne Akustikklampfe zu stibitzen um damit ihren Sound zu garnieren.
Gut – sonderlich viel Abwechselung bekommt man auf Iidsetel Sünkjatel Radad nicht unbedingt geboten, aber die Spielfreude steckt wirklich an und die vereinzelte Akzente setzenden Akustikgitarren lockern das allgemein hin sehr nach vorne preschende Songmaterial angenehm auf.
Mir persönlich sagen THARAPHITA wirklich ziemlich zu. Besonders gut gefällt mir die Tatsache, dass im Gegensatz zu entweder sehr erhabenen oder sehr zerstörerischen Alben des Pagan Metal Genres hier so was wie räudiger „Fighting Spirit“ aufkommt. Nicht dass ich nicht auf Epik und Bombast abfahre, aber so eine feine Hau Drauf Scheibe wie Iidsetel Sünkjatel Radad, die sowohl wüst und archaisch als auch dezent heidnisch daherkommt ist schon irgendwie ne sehr lässige Sache. Die Spielzeit von knapp 37 Minuten ist zwar jetzt nicht so sehr value for money, aber was soll’s – hör ich se halt zweimal hintereinander. In diesem Fall braucht’s einfach nicht mehr.
Kurzum: Das Album macht einfach tierisch Bock!