THE TEA PARTY – Seven Circles

 
Label: InsideOut
Release: 26.09.2005
Von: BRT
Punkte: 9.5/10
Time: 45:09
Stil: Power Rock
URL: The Tea Party
 

Warum die seit genau einem Jahr in Kanada erschienene Platte erst jetzt hier erscheint, und was das mit dem leichten Popularitätseinbußen der letzten Jahre zu tun hat, darüber mag man nur spekulieren.
Fakt ist: wir haben wieder eine grandiose Platte der drei Kanadier vorliegen, die den Faden des Vorgängers The Interzone Mantras weiterspinnt, d.h., straighter harter Rock, die Experimente aus Elektronik und Orientalik auf ein Minimum reduziert, und ein gelungener Mix aus knackigen Rocksongs und balladeskem Pathos.
Mag sein, dass den Medien das Exotische, das THE TEA PARTY vor allem zu Edges Of Twillight und Transmission Zeiten ausgemacht hat, fehlt, so dass die Kritiken oder die Plattenfirmenunterstützung deshalb nachgelassen hat, aber wer weiß.
Eine THE TEA PARTY Platte wächst mit jedem Hören und eine aufgeschlossene Hörerin wird sich mit tief emotionalen Songs und rüden Rockern auseinandersetzen müssen, die es in Punkto Songwriting und Detailverliebtheit in sich haben und in diesem Bereich einzigartig sind - und vermutlich auch bleiben werden. Was seltsam ist, das doch gerade in heutigen Zeiten das Wildern im "Retro" Sport und ein leichter Weg geworden ist, sich die Gunst der Musikpresse anzueignen, was Bands wie The Darkness oder die White Stripes bewiesen haben. Für solche Epigonen sind THE TEA PARTY aber immer noch zu eigen, sicher hört man bei Ihnen die Liebe zu Led Zeppelin oder The Doors heraus, aber der Touch Orientalik a la Dead Can Dance und der Mut zu sehr persönlicher Emotionalität gibt dem Sound der Kanadier immer eine absolut eigene Atmosphäre.
Wer THE TEA PARTY schon mal live erleben durfte, weiß das diese Band live großartig und überraschend ist, was man an kuriosen Coverversionen (in Bochum sah ich sie z.B. Moby’s Why Does My Heart Feel So Bad spielen) und dem Instrumenten- & Raritäten Museum erkennen kann, das auf die Bühne geschleppt und verwendet wird.
Das Seven Circles und die letzte Platte wieder eher die Wurzeln des selbstbetitelten Erstlings und Splendor Solis aufgreifen, mag daran liegen, das in der sehr erfolgreichen Zeit zwischen The Edges Of Twillight und Trip-tych einige Songs einfach kaum live reproduzierbar waren. Mag für den Hörer ein Nachteil sein, aber die Songs der neuen Platte sind einfach zu gut, um sie deshalb zu ignorieren.
Hier treffen Spielfreude, Emotionalität, detailverliebtes Songwriting, die einzigartige Stimme von Jeff Martin (der sieht wirklich ein bisschen wie Jim Morrison aus) und eine großartige Produktion aufeinander und ergeben eine wunderbare Platte. Highlights unter den Songs sind deren zu viele aber mir gefallen im Moment Coming Back Again, The Watcher und der Titeltrack am besten. Aber entscheidet selbst.
Kaufen. Hören. Verlieben. Und hoffen das die Drei schnell wieder auf deutschen Bühnen zu sehen sind.