TAR POND – Petrol
 
Label: Prophecy Productions
Release: 15.09.2023
Von: BRT
Punkte: 9/10
Time: 37:58
Stil: Doom Metal
URL: Tar Pond
 

TAR POND aus der Schweiz waren mir bisher ein eher unbeschriebenes Blatt und bei dem Namen hätte ich wohl erst mal in der Indie/Punk Abteilung geguckt, mich damit aber gehörig vertan.
Nee, hier auf Petrol, dem zweiten Album der Band, quillt tonnenschwerer Doom Metal aus den Boxen, genauso wuchtig wie melancholisch, genauso minimalistisch wie atmosphärisch dicht gespielt.
Petrol ist erstmal ein ganz schöner Brocken, denn die überlangen Songs lassen sich durchaus Zeit, bis sie sich entwickeln. Die Riffs sind zähflüssige Lava, die Atmosphäre meist ganz schön karg und so eindeutige Melodien schälen sich erst nach mehrmaligem Hören heraus. Die Intensität ist jedoch immens und genau so, wie man es sich von einer klassischen Doom Scheibe wünscht. Der Gesang erinnert jedoch eher an etwas aus dem Alternative Bereich, vielleicht am ehesten Alice In Chains, was dem Sound nochmal eine etwas eigenständigere Note gibt.
Wenn ich beim Klang der Gitarrenriffs jetzt an Stoner denken muss, führt das auf eine ganz falsche Fährte. Eher erinnern die Gitarren an eine etwas rockigere gespielte Celtic Frost Version zu Monotheist Zeiten, falls ihr wisst, was ich meine. Vielleicht passt auch Electric Wizard zu Witchcult Today Zeiten.
Schweiz - Celtic Frost, damit wären wir schon beim Punkt. Wer wissen will, was Martin Eric Ain, seines Zeichens ex- Bassist von Celtic Frost, so vor seinem Tod getrieben hat, hört sich TAR POND auf jeden Fall mal an. Damit des Namedroppings nicht genug: Marky Edelmann, ex-Drummer von Coroner ist jetzt ebenfalls mit von der Partie.
Fünf Songs in 38 Minuten, für Doom Metal Verhältnisse sogar recht unterschiedliche… Der eingängigste und am wenigsten schleppende Song ist Blind, Something steigert sich zu einem atmosphärisch dissonanten Brocken und Dirt startet relativ rockig, endet aber wie die komplette Platte recht karg und düster. Petrol ist ohne Frage keine positive Platte, aber eine intensive, die es zu entdecken gilt. Ein Highlight mit dem ich nicht gerechnet hätte. Anhören!