| Bei
den meisten von euch dürfte es bei dem Namen INCUBATOR klingeln,
sind doch die Nordlichter so was wie eine deutsche Doom/Death
Metal Legende. Man erinnere sich nur an grandiose Alben wie Sympfonies
Of Spiritial Cannibalism ('91) und MC Gillroy The Housfly ('92).
Allerdings muss man hier nun ein paar Details auseinander klamüsern,
um beiden Fronten gerecht zu werden.
Bei
THE SIXTH INCUBATOR handelt es sich um die neue Band des
ehemaligen INCUBATOR Sängers Chris Mummelthey, welche er zusammen
mit Stefan Schunke nach Verlassen der Band auf die Beine gestellt
hat. Live-Reincarnation-Ground-Zero ist das dazugehörige,
in Eigenproduktion erstellte Debüt Album mit Live Flair. "Es war
an der Zeit, die Fäden selber in die Hand zu nehmen, neu anzufangen
und alte Fans zurückzugewinnen." ... so ein Zitat von Chris aus
dem Info. Warum er allerdings einen Bandnamen so dicht am "Original"
gewählt hat, ist mir schleierhaft. Denn seine Stimme ist so markant,
das die meisten sie eh kennen und er keine Angst um seine Trademarks
haben müsste. In Anbetracht der gespannten Lage zwischen Chris
und seinen ehemaligen Bandkollegen wäre es auch fairer gewesen.
Schließlich gibt es INCUBATOR noch, die sogar an einem neuen Album
arbeiten. Dieser Bandname stiftet zunächst reichlich Verwirrung
und verursacht Missverständnisse, allerdings muss man sich nun
auf diese Weise sehr genau mit beiden Bands auseinandersetzen,
will man nicht in oberflächliches Geschwafel abdriften.
Kommen
wir aber nun zu den musikalischen Aspekten von THE SIXTH INCUBATOR.
Da ich in den Infos nichts finden konnte, wo, wann und bei welcher
Gelegenheit diese Platte live aufgenommen wurde, gehe ich mal
davon aus, dass das obengenannte "Live Flair" im Studio entstanden
ist. Musikalisch beschreitet man nach wie vor die Death Metal
Roots, allerdings mit diversen Einflüssen, welche dem Album einige
interessante Wendungen verleihen.
Schleppend langsame und brachiale Death Metal Gitarren (kein Doom!),
mit nackenbrechenden Riffs werden mit industrialmäßigen Samples,
Grindcore Elementen und diversen sphärischen Keyboardlines angereichert.
Abgedrehte Solos, manchmal kalte Schreddergitarren und sogar 'ne
Mundharmonika bei Western-Puss'N'Roll, mit einer Stimme,
die wohl eher an Lemmy erinnert. Dazu Chris' markante Stimme,
der sich die Seele aus dem Leib grunzt und schreit.
Ich geh mal davon aus, das der elektronisch defomierte Gesang,
die spoken words und cleanen Parts von Stefan stammen ( ähm
ja ... nach Rückfrage stellte sich heraus, das auch dieser
Gesang aus Chris' unergründlichen oralen Tiefen stammt -
Cal). Aus dem Booklet lässt sich leider überhaupt nicht entnehmen,
wer für welche Instrumentierungen verantwortlich zeichnet. Es
gibt übrigens auch keine Lyrics.
Die
Produktion ist eine ziemlich Wucht, klar und differenziert. Harte
Beats verführen manchmal eher zum tanzen, denn zum bangen. Die
Liveeinspielungen in Kombination mit dem Sound sind recht authentisch
und vermitteln entsprechendes Feeling. Ist es nun wirklich Live
oder nicht? (ist es nicht :-P - Cal)
Grundsätzlich
gefällt mir diese Mischung recht gut. Die Songs sind abwechslungsreich
und die verwendeten Samples sind in ihrer musikalischen Ausrichtung
breit gefächert. Von free-jazzigen Anleihen, über Westernromantik,
bis hin zu kaltem Industrial und verspielten Ambiance, sowie düster
wabernden Soundfragmenten, ist alles dabei. Allerdings ist für
meinen Geschmack der Gesang manchmal zu sehr im Vordergrund und
erdrückt den Rest der Musik. Der Drumcomputer klingt recht steril.
Die einzelnen Elemente der Musik sind für sich gesehen ziemlich
geil, passen aber manchmal nicht zum Rest. Will meinen, Live-Reincarnation-Ground-Zero
klingt hin und wieder unausgegoren.
Fazit:
Mit (echtem) Drummer, Bassist und 2 Gitarren plus Keyboarder und
einer Verfeinerung des Stils sollte THE SIXTH INCUBATOR
nix mehr im Wege stehen, sich einen eigenen Platz in der Death
Metal Szene zu erspielen. Dieses Album ist auf jeden Fall ein
beachtenswerter Anfang!
Anspieltipps: Burn; Dance-Gore; Weihnachten
The
Sixth Incubator |