SLECHTVALK – A Forlorn Throne

 
Label: Whirlwind Records
Release: 21.06.2010
Von: Stormlord
Punkte: 10/10
Time: 61:51
Stil: Black Metal
URL: Slechtvalk
 
Verdammt!!! Warum bin ich erst im Jahre 2010 auf SLECHTVALK gestoßen? A Forlorn Throne trifft dermaßen perfekt meinen Geschmack, dass ich es vor lauter Adrenalinstößen und Gänsehautattacken kaum schaffe, die Musik mit schnöden Worten zu beschreiben. Die Macht des Wortes ist limitiert, nicht aber die machtvolle Kraft dieses Albums!

Die Synthese von Black Metal, heroischen Refrains, pathetischen Anklängen und superb ausgearbeiteten Vokalarrangements hat nur das Prädikat Weltklasse verdient. Nach dem fulminanten Auftakt Tamers Of The Seas wird es mit dem gewaltigen Opus namens Forsaken wirklich atemberaubend: hochmelodische Gitarrensalven, variable Vocals und rasante, sich kaskadenartig auftürmende Leads gipfeln im meisterhaften Chorus, der mich mit einem Glücksgefühl sondergleichen zurücklässt. Was dabei am besten ist? SLECHTVALK tragen nie dick auf, überziehen ihre Songs nicht mit klischeetriefendem Ballast und bleiben trotz der ausladenden Arrangements stets nachvollziehbar, kurzweilig und spannend. Genanntes Stück dauert fast neun Minuten, in denen sich die Band viel Zeit nimmt und bestens zwischen melodischer Raserei und ruhigen Akustikparts balanciert. Extra muss die hervorragende Gesangsleistung erwähnt werden – die Bandbreite reicht von kreischend über dunkel grollend und abgrundtief grunzend bis hin zu heroischem Klargesang.
Egal ob geschredderte Riffs mit dezenten Keyboards gepaart werden, pfeilschnelle Leadgitarren nach vorne preschen oder punktgenaue Breaks gesetzt werden – jede Idee sitzt im Stück Desolate an der richtigen Stelle und fügt sich fließend in die Liedstruktur ein.
Divided By Malice beginnt als scheinbare Verschnaufpause ganz bedächtig und ruhig mit heldenhaftem Gesang, steigert aber zwischendurch das Tempo, reduziert selbiges wieder, um herzerwärmendem Gesang einen akustischen Gitarrenteppich zu unterbreiten, bevor das Midtempo im Verein mit einer kompetenten Kreischstimme das Kommando übernimmt. Gegen Ende werfen SLECHTVALK mit Hammerriffs nur so um sich - da kommt nach sieben Minuten das Ende viel zu schnell!
Eingängig stampfend präsentiert sich das keyboardbegleitete Lied Allegiance, das allerdings dann schnelle Blasts fokussiert, die ihrerseits wieder groovenden Rhythmen den Vorzug geben. Dieser teils peitschende, teils unheilvoll dahin rollende Song zeigt eine sperrigere Seite im Schaffen von SLECHTVALK auf und geht mit einem epischen Instrumentalteil ruhig zu Ende. Towards The Dawn bündelt die Stärken noch einmal in geballter Form, bevor Vengeance Of A Scorned King einen aggressiven Grundtenor mit schwebenden Leads und abwechslungsreichen Vocals kreuzt, Hier fällt auch der oftmalige Taktwechsel besonders auf, das Stück scheint ständig zu pulsieren und fesselt bis zum Schluss.

Feine Leadgitarren, filigrane Soli, breitwandige Instrumentalteile, ausgewogene Gesangsarrangements und ineinander greifende Takt- und Stimmungswechsel bestimmen also diese außerordentlich gute und packende Stunde Musik, die keine Wünsche offen lässt.
Im Endeffekt bleibt bei mir nur mehr die Frage offen, ob ich die Musik von SLECHTVALK nun als himmlisch oder höllisch gut bezeichnen soll – auf jeden Fall klingt die Musik auf diesem Fabelwerk fantastisch, ausgereift, spannend und mitreißend!