Verdammt!!!
Warum bin ich erst im Jahre 2010 auf SLECHTVALK gestoßen?
A Forlorn Throne trifft dermaßen perfekt
meinen Geschmack, dass ich es vor lauter Adrenalinstößen
und Gänsehautattacken kaum schaffe, die Musik mit schnöden
Worten zu beschreiben. Die Macht des Wortes ist limitiert, nicht
aber die machtvolle Kraft dieses Albums!
Die Synthese von
Black Metal, heroischen Refrains, pathetischen Anklängen
und superb ausgearbeiteten Vokalarrangements hat nur das Prädikat
Weltklasse verdient. Nach dem fulminanten Auftakt Tamers
Of The Seas wird es mit dem gewaltigen Opus namens Forsaken
wirklich atemberaubend: hochmelodische Gitarrensalven, variable
Vocals und rasante, sich kaskadenartig auftürmende Leads
gipfeln im meisterhaften Chorus, der mich mit einem Glücksgefühl
sondergleichen zurücklässt. Was dabei am besten
ist? SLECHTVALK tragen nie dick auf, überziehen
ihre Songs nicht mit klischeetriefendem Ballast und bleiben
trotz der ausladenden Arrangements stets nachvollziehbar,
kurzweilig und spannend. Genanntes Stück dauert fast
neun Minuten, in denen sich die Band viel Zeit nimmt und bestens
zwischen melodischer Raserei und ruhigen Akustikparts balanciert.
Extra muss die hervorragende Gesangsleistung erwähnt
werden – die Bandbreite reicht von kreischend über
dunkel grollend und abgrundtief grunzend bis hin zu heroischem
Klargesang.
Egal ob geschredderte Riffs mit dezenten Keyboards gepaart
werden, pfeilschnelle Leadgitarren nach vorne preschen oder
punktgenaue Breaks gesetzt werden – jede Idee sitzt
im Stück Desolate an der richtigen Stelle und
fügt sich fließend in die Liedstruktur ein.
Divided By Malice beginnt als scheinbare Verschnaufpause
ganz bedächtig und ruhig mit heldenhaftem Gesang, steigert
aber zwischendurch das Tempo, reduziert selbiges wieder, um
herzerwärmendem Gesang einen akustischen Gitarrenteppich
zu unterbreiten, bevor das Midtempo im Verein mit einer kompetenten
Kreischstimme das Kommando übernimmt. Gegen Ende werfen
SLECHTVALK mit Hammerriffs nur so um sich - da kommt
nach sieben Minuten das Ende viel zu schnell!
Eingängig stampfend präsentiert sich das keyboardbegleitete
Lied Allegiance, das allerdings dann schnelle Blasts
fokussiert, die ihrerseits wieder groovenden Rhythmen den
Vorzug geben. Dieser teils peitschende, teils unheilvoll dahin
rollende Song zeigt eine sperrigere Seite im Schaffen von
SLECHTVALK auf und geht mit einem epischen Instrumentalteil
ruhig zu Ende. Towards The Dawn bündelt die Stärken
noch einmal in geballter Form, bevor Vengeance Of A Scorned
King einen aggressiven Grundtenor mit schwebenden Leads
und abwechslungsreichen Vocals kreuzt, Hier fällt auch
der oftmalige Taktwechsel besonders auf, das Stück scheint
ständig zu pulsieren und fesselt bis zum Schluss.
Feine Leadgitarren, filigrane Soli, breitwandige Instrumentalteile,
ausgewogene Gesangsarrangements und ineinander greifende Takt-
und Stimmungswechsel bestimmen also diese außerordentlich
gute und packende Stunde Musik, die keine Wünsche offen
lässt.
Im Endeffekt bleibt bei mir nur mehr die Frage offen, ob ich
die Musik von SLECHTVALK nun als himmlisch oder höllisch
gut bezeichnen soll – auf jeden Fall klingt die Musik
auf diesem Fabelwerk fantastisch, ausgereift, spannend und
mitreißend!
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