THE STRING CHEESE INCIDENT – One Step Closer

 
Label: InsideOut
Release: 29.08.2005
Von: BRT
Punkte: 9,5/10
Time: 53:18
Stil: Roots Rock
URL: The String Cheese Incident
 

Blues, Jazz, Folk, Bluegrass, Country und Rock’n’Roll.
Ja richtig gelesen, tatsächlich handelt es sich bei STRING CHEESE INCIDENT um eine waschechte „Roots-“ Rock Band deren Einflüsse in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern liegt und laut Info zu einer neuen Generation von Jam-Rock Bands gehören soll, die in den USA wohl große Kreise ziehen sollen. Nun ja, Jam-Rock hört sich nach endlosen Improvisationen, Solis bis zum geht nicht mehr und einem ganzen Haufen Drogen an, was definitiv hier nicht der Fall ist.
SCI haben fünf Hauptsongwriter, fünf Sänger und damit ein verdammt weites Spektrum das sie abdecken, welches im Bereich zwischen Blues, Jazz, Folk, Bluegrass, Country und Rock’n’Roll liegt. Man könnte jetzt annehmen, das sich die Stücke durch die verschiedenen Sänger sehr, sehr unterschiedlich anhören und der Platte damit eine durchgehende Linie fehlt… FALSCH! Ein großes Plus und die Gemeinsamkeit, die diese Platte ausmacht, liegt in der Relaxtheit, die schon fast seinesgleichen sucht. Egal ob man sich jetzt in einen Schaukelstuhl auf einem Hausboot auf dem Mississippi wünscht oder den Sonnenaufgang in der Mojavewüste anschauen möchte, jedes Spektrum wird bedient.
Natürlich ist da alles andere als modern, einige Stücke wirken mehr als angestaubt und ein Hauch von Woodstock’scher Wehmut rauscht auch durch die Stücke. Aber gerade das macht den Flair von One Step Closer aus, die natürlich nicht partytauglich ist, aber schon mal ideal sein könnte, den Morgen nach einer kurzen Nacht auf einem Open-Air Festival zu begrüßen.
Warum InsideOut - mir nur bekannt als Progrock-Label - diese Band hier vertreibt, und ob sie damit gute Verkaufszahlen landen werden, wage ich mal zu bezweifeln. Ein ideales Publikum würde sich sicherlich beim Glitterhouse Records Label finden, die genau wissen wie sie diese Zielgruppe erreichen können.
In diesem Magazin glaube ich eher, das sich nicht eine einzige jämmerliche Gestalt diese Platte anhören wird… Wer allerdings auch mal zeitlose Musik hören und wissen will, bei welcher Musik seine Eltern ihn/sie gezeugt haben könnten, der liegt hier vermutlich richtig.
Ach ja, wer hier Namedropping als Orientierung braucht, dem seien Bob Dylan, Grateful Dead, Alman Brothers und eventuell die Spätphase der The Doors genannt.
Grandiose und überraschende Platte. 9,5 Punkte.