JORDAN REYNE ist eine unermüdliche wie kreative Künstlerin. Wenn sie nicht gerade Songs schreibt oder auf Tour ist, spielt sie Cybergigs, unterstützt andere Musiker mit Wissenswertes und Business-Erfahrungen, und schreibt Bücher, sei es ein Roman (Remembering The Dead) oder ein Handbuch für Independent-Musiker (Gigs In Space).
Aktuell jedoch schreibt JORDAN REYNE neue Songs und hat mit Crone die erste EP der Maiden, Mother, [Crone] Trilogie veröffentlicht, in der sie die heidnische Dreifaltigkeitsgöttin, heruntergebrochen auf die Frau im 21. Jahrhundert, thematisiert, wobei JORDAN REYNE auf Crone die musikalische Geschichte aus der Perspektive der alten, von der Gesellschaft ausgeschlossenen Frau erzählt.
Die Songs werden ausschließlich von Jordans Stimme getragen, in ihrem einzigarten Stil vielfach geschichtet und geloopt. Gelegentlich hört man tribal-artige Drums, ihre Gitarre und bei Turning From The Light ein paar Sounds im Hintergrund. Die Tracks sind daher eher ruhig, haben aber auch immer einen sarkastischen, wenn nicht gar zynischen Unterton. JORDAN REYNE ist eine wahre Künstlerin darin genau diese Sentiments über Stimme und Betonung auszudrücken.
Crone beginnt ungewohnt sanft gesungen mit Dear John, was im starken Kontrast zum Text steht, ein bitterböser Seitenhieb auf Neuseelands Ministerpräsidenten John Key.
Beim folgenden The Shadow Line greift JORDAN REYNE auf ihren folkloristischen Gesangsstil zurück, während sich zunehmend Spannung aufbaut, Gesang und Atmosphäre wütender werden, um in Servitude ihren Höhepunkt zu finden, wo aus sanft geflüsterten Versprechungen pure Unterjochung wird. Hier begleiten Drums und Gitarre Jordans Stimme, die kaum eindringlicher und intensiver sein könnte. Turning From The Light wirkt hernach düster und verloren, bevor Crone mit Dishonour Among Thieves endet wie es begonnen hat, mit einem reinen Vocal-Track und Jordans Atem als Taktgeber.
Es ist faszinierend zu sehen, wie JORDAN REYNE sich musikalisch weiterentwickelt, wie sie wächst, und wie es ihr gelingt in nur 5 Songs, die Frau, das Leben, die Politik und die Gesellschaft in diesen Tagen scharfzüngig zu reflektieren. Ich bin auf die nächsten beiden EPs gespannt. JORDAN REYNE ist ohne Zweifel eine der außergewöhnlichsten Musikerin unserer Zeit!