Wie jedem
Fan des modernen Metals aufgefallen sein dürfte, hat die
Entwicklung von Metal- und extremer Musik zu so vielen neuen
Genres und Subgenres geführt, das es inzwischen verdammt
schwierig ist, den Sound einer Band passend einzutüten.
Ihrer eigenen Beschreibung nach, machen die Norweger von RED
HARVEST 'Apocalyptic Industrial Paranoia Metal', ein
abgedrehter Mix verschiedener Metal Stile, in die man elektronische,
noisige und Industrial Elemente einfließen lässt.
Das Ergebnis auf dem neuen Album Internal Punishment
Programs ist dann zwar nicht unbedingt revolutionär,
wird aber all jene ansprechen, die Metal mit einer futuristisch-mechanischen
Note mögen.
Internal
Punishment Programs ist der Nachfolger zum 2002
erschienen Sick Transit Gloria Mundi,
welches bei den Fans und der Presse gleichermaßen gut
ankam. Der aktuelle Rundling wurde im Studio Fredman von der
Band selbst zusammengezimmert und die dabei entstandene klare
und knackige Produktion ist bestens für den Industrial-lastigen
Metal von RED HARVEST geeignet. Selbst wenn
es mächtig zur Sache geht, verliert sich keines der Instrumente
im Mix. Ofu Kahn’s Stimme klingt einfach nur toll, driftet
zwischen packenden Halbgewisper, verzerrten Screams und makaberen
Black Metal Growls hin und her.
Bei der
Vielzahl an Stilen haben RED HARVEST gut daran
getan, einen Sound zu produzieren, der am Ende besser ist, als
die Summe seiner Bestandteile. Einige Songs sind z.B. fast purer
gitarrenorientierter Metal (Opener Anatomy Of The Unknown),
die auch auf einem Susperia oder Hypocrisy Album nicht fehl
am Platz gewesen wären. Andere Tracks verwischen die Grenzen
ein bisschen mehr. Mekanizm und Wormz bieten
sich wiederholende Industrial Riffs in Ministry Manier (nur
heftiger), während beim Opener oder dem exzellenten 8 Minuten
Epos Symbol Of Decay die Geschwindigkeit auf Doom Niveau
heruntergeschraubt wird.
Einzigartig
auf diesem Album sind wiederum Abstract Morality Junction
und 4-4-1-8, zwei von Lrz produzierte elektronische
Tracks, der auch für die Synths und Programmierung in der
Band verantwortlich zeichnet. Ersterer Track kommt mit synthetischen
Drums im 80iger Stil, überlagerten Keyboards und unheimlich
bösen Gesang, der in Richtung Stephen Kings ES schielt.
Das klingt wirklich ganz anders als der Rest des Albums und
ist vermutlich einer dieser Songs, die man liebt oder hasst.
4-4-1-8 ist ein düsteres futuristisches Instrumental,
welches Bilder einer finsteren industriellen Zukunft (ich denk
da grad an Aliens) heraufbeschwört, und passt damit sehr
gut zur Grundstimmung des Albums.
Mit Internal
Punishment Programs haben RED HARVEST
ein düsteres und prophetisches Album abgeliefert, welches
die heftigere Seite des Metals mit Industrial vermischt und
kreieren somit einen brodelnden Bastard. Das Album wird sicherlich
nicht jeden ansprechen, aber Fans von Rammstein, Fear Factory
oder Ministry, die nach etwas härterem und düsteren
Ausschau halten, könnten hier fündig werden. RED
HARVEST Fans muss ich wohl nicht erzählen, das
sie Internal Punishment Programs antesten
sollten, sie werden es schon haben und sicher nicht enttäuscht
sein.