RED HARVEST – Internal Punishment Programs
 
Label: NAP
Release: 27.09.2004
Von: Jim
Punkte: 7/10
Time: 40:45
Stil: Industrial Metal
URL: Red Harvest
 

Wie jedem Fan des modernen Metals aufgefallen sein dürfte, hat die Entwicklung von Metal- und extremer Musik zu so vielen neuen Genres und Subgenres geführt, das es inzwischen verdammt schwierig ist, den Sound einer Band passend einzutüten. Ihrer eigenen Beschreibung nach, machen die Norweger von RED HARVEST 'Apocalyptic Industrial Paranoia Metal', ein abgedrehter Mix verschiedener Metal Stile, in die man elektronische, noisige und Industrial Elemente einfließen lässt. Das Ergebnis auf dem neuen Album Internal Punishment Programs ist dann zwar nicht unbedingt revolutionär, wird aber all jene ansprechen, die Metal mit einer futuristisch-mechanischen Note mögen.

Internal Punishment Programs ist der Nachfolger zum 2002 erschienen Sick Transit Gloria Mundi, welches bei den Fans und der Presse gleichermaßen gut ankam. Der aktuelle Rundling wurde im Studio Fredman von der Band selbst zusammengezimmert und die dabei entstandene klare und knackige Produktion ist bestens für den Industrial-lastigen Metal von RED HARVEST geeignet. Selbst wenn es mächtig zur Sache geht, verliert sich keines der Instrumente im Mix. Ofu Kahn’s Stimme klingt einfach nur toll, driftet zwischen packenden Halbgewisper, verzerrten Screams und makaberen Black Metal Growls hin und her.

Bei der Vielzahl an Stilen haben RED HARVEST gut daran getan, einen Sound zu produzieren, der am Ende besser ist, als die Summe seiner Bestandteile. Einige Songs sind z.B. fast purer gitarrenorientierter Metal (Opener Anatomy Of The Unknown), die auch auf einem Susperia oder Hypocrisy Album nicht fehl am Platz gewesen wären. Andere Tracks verwischen die Grenzen ein bisschen mehr. Mekanizm und Wormz bieten sich wiederholende Industrial Riffs in Ministry Manier (nur heftiger), während beim Opener oder dem exzellenten 8 Minuten Epos Symbol Of Decay die Geschwindigkeit auf Doom Niveau heruntergeschraubt wird.

Einzigartig auf diesem Album sind wiederum Abstract Morality Junction und 4-4-1-8, zwei von Lrz produzierte elektronische Tracks, der auch für die Synths und Programmierung in der Band verantwortlich zeichnet. Ersterer Track kommt mit synthetischen Drums im 80iger Stil, überlagerten Keyboards und unheimlich bösen Gesang, der in Richtung Stephen Kings ES schielt. Das klingt wirklich ganz anders als der Rest des Albums und ist vermutlich einer dieser Songs, die man liebt oder hasst. 4-4-1-8 ist ein düsteres futuristisches Instrumental, welches Bilder einer finsteren industriellen Zukunft (ich denk da grad an Aliens) heraufbeschwört, und passt damit sehr gut zur Grundstimmung des Albums.

Mit Internal Punishment Programs haben RED HARVEST ein düsteres und prophetisches Album abgeliefert, welches die heftigere Seite des Metals mit Industrial vermischt und kreieren somit einen brodelnden Bastard. Das Album wird sicherlich nicht jeden ansprechen, aber Fans von Rammstein, Fear Factory oder Ministry, die nach etwas härterem und düsteren Ausschau halten, könnten hier fündig werden. RED HARVEST Fans muss ich wohl nicht erzählen, das sie Internal Punishment Programs antesten sollten, sie werden es schon haben und sicher nicht enttäuscht sein.