PURR MACHINE – Starry

 
Label: Pandaimonium
Release: 02.03.2007
Von: Daniel
Punkte: 7/10
Time: 66:18
Stil: Electro/Gothic
URL: Purr Machine
 
Fans von vielschichtigem U.S.-Gothicsound à la Faith And The Muse aufgepasst! Verträumt atmosphärische, auch mal aggressivere, elektrisch ausstaffierte Gothic-Klänge liefert das männlich/weibliche Duo PURR MACHINE aus L. A., der Stadt der Engel, mit ihrem aktuellem Album Starry. Die Veröffentlichung des Vorgängers Ging Ging liegt bereits acht Jahre zurück – eine verdammt lange Zeit im Musikbusiness. Offenbar haben PURR MACHINE diese Zeit aber genutzt, um vielfältige Einflüsse in ihrer Musik zu verarbeiten und eine ganze Horde an Gastmusikern zusammenzutrommeln, zu denen unter anderem William Faith von der bereits erwähnten Gothic-Ikone Faith And The Muse gehört.
Starry ist ein Album, das Genrekonventionen und Trends in herrlicher Art und Weise die Stirn bietet und den Hörer durch eine enorme Bandbreite an Sounds und Stimmungen herausfordert. So geht die Tendenz mal Richtung Industrialrock, mal sind es schräge Popkompositionen, mal verträumte, von Synthieteppichen getragene Sounds mit fast schon Heavenly-Voices-artigen Gesangseinlagen, doch sind es fast immer die dichten Soundarrangements, die PURR MACHINE auszeichnen. Aus dem bunten Stilpotpourri fischt man nach mehrmaligem Hören schon so manche kleine Perle. Aggressiv kommt der Einstieg daher: Get Close ist ein fast schon chaotisch anmutenden Opener. Sad I’m Gone wirkt irgendwie wie eine drogenvernebelte Ballade, Monkey Dreams erinnert an alte Clan Of Xymox Songs, später dann Alternativpop (Keep Me In Mind) und der rockige Ohrwurm Everlast bis in etwa der Mitte der Albums der meditative Titelsong eine kurze Verschnaufpause bietet. Ungewöhnlich hart tönt anschließend Choose Your Fire aus den Boxen; lärmende Gitarren liefern sich hier ein Stelldichein. Die wahren Highlights kommen allerdings erst spät. Bei The Warning konstruiert das Duo einen tollen Spannungsbogen, was man in den restlichen Songs etwas vermisst, zeigen sie sich teilweise arg unstrukturiert, songwriterisch irgendwie unfertig und kommen in ihrer Strukturlosigkeit häufig nicht auf den Punkt. Das folgende Holding Back My Tears – eine langsame, schwermütig vernebelte Trauersoundwalze - ist dann auch gleich das zweite Highlight.
Insgesamt schwächeln PURR MACHINE bei so manchen Songs, so dass Starry teilweise schon zu einer anstrengenden Erfahrung werden kann, da es etlichen Tracks an der nötigen Struktur fehlt und die vielfältigen Elemente und Ideen nicht zu einem abgerundeten Ganzen mit rotem Faden verarbeitet werden. So wird hier leider etliches an vorhandenem Potential nicht genutzt. Nichtsdestotrotz ist Starry eine außergewöhnliche Scheibe, die sich Liebhaber von anspruchsvollen, fordernden Gothic-Sounds unbedingt reinziehen sollten.