POWER QUEST – Neverworld
 
Label: Frontiers
Release: 15.03.2004
Von: Alex
Punkte: 10
Time: 59:51
Stil: Power Metal
URL: Power Quest
 
Es gibt musikalische Momente die – wenn man sie denn erlebt – den Rest deines zukünftigen Lebens definieren werden. Das erste Mal, als ich Helloweens Keeper Of The Seven Keys, Part II hörte, war so ein Moment. Der Song Eagle Fly Free wurde beim ersten Hören zu meinem absoluten Metal Lieblingslied - unabhängig vom Genre – und das ist bis heute so geblieben. Ich wusste, dass ist die Musik, die ich hören will, für die ich leben will. Seitdem sind nur ein paar wenige Alben dem Keeper Of The Seven Keys, Part II nahe gekommen, z.B.: Stratovarius’ Infinite, Sonata Arcticas Silence, Edguys Theater Of Salvation und letztens Insanias Fantasy. Jetzt kann noch ein Album hinzugefügt werden, nämlich POWER QUEST’s Neverworld. Die Jungs kehren nach dem Debüt Wings Of Forever nun mit Neverworld als zweiten Silberling zurück, und wow ...!!! Als ich das erste Mal den Titelsong von Neverworld hörte, wurden meine Gedanken sofort zurück zu Eagle Fly Free transportiert. So gut war der Song. Und der Rest des Albums war auch Killer. Ich wusste, dass, egal wie groß mal die Jungs von POWER QUEST sein werden (oder auch nicht), ich wollte deren Quest und deren Entwicklung folgen. Das magische Gefühl war da.

So, jetzt kehren Steve Williams (Keyboards und hauptsächlicher Songschreiber), Steve Scott (Viersaiter), Alessio Garavello (Gesang, auch Arthemis), Andrea Martongelli (Gitarre, auch Arthemis) und Gavin Ward (Schlagzeug, obwohl ausgestiegener Kesselmann Andre Bargmann die Drums fürs Album eingespielt hat) mit ihrem Zweitling zurück, und wenn's dir immer noch nicht klar ist, dann noch einmal: das Album ist verdammt noch mal fantastisch! Großartig! Brillant! Natürlich kann ich meine Gefühle für ein Album schriftlich nicht ganz rüberbringen. Du musst es sehen, wenn ich meine Fäuste in die Luft recke bei galoppierenden, epischen Tracks wie Neverworld (Power Quest II), Temple Of Fire & Sacred Land, meinen sich krümmenden Körper bei Perlen wie Edge Of Time, Well Of Souls & Into The Light beobachten, meine zitternde Unterlippe bei der Überballade When I'm Gone hautnah studieren und du wirst verstehen. Übrigens will ich diesen Song bei meiner Beerdigung gespielt haben. So verdammt schön ist er.

Immer melodisch, (beinah) immer fix und immer catchy, haben POWER QUEST ihren eigenen Metal Stil geschmiedet, obwohl von Stratovarius, Edguy, Helloween und dergleichen inspiriert. Steve Williams ist ein sehr begabter Songschreiber, da er JEDER Komposition was eigenes verleiht, ohne dass der Song aus den Rahmen fällt. Und Gott, welch catchy Songs dieser Mann schreibt! Einige Power Metal Bands hätten seinen Dienst wirklich nötig heutzutage. Die Produktion könnte man am Bestens mit kristallklar beschreiben (von Karl Groom von Threshold produziert). Zieh den Lautstärkeregler bis zur elf, damit dir die Klampfe deine Trommelfelle problemlos vernichten kann, und genieße Andrea Martongellis Solos, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Einfach mal Neverworld anhören und du wirst wissen, was ich meine.

Die japanische Version des Albums beinhaltet zwei Bonustracks: Find Your Way To The Top, von Andrea und Alessio geschrieben, und eine alternative Version von When I'm Gone, mit der Stimme von Sabine Edelsbacher von Edenbridge. Für uns Europäer gibt es eine Multimediasektion mit Video und einem Interview. Und da ich jeden Song außer einem schon besprochen habe, vergiss For Evermore nicht, den man am besten als Ohrwurm beschreiben könnte. Tja... die Art und Weise, wie die 80er Keyboards am Anfang dieses Songs benutzt werden, so wie auch bei Edge Of Time fügt nur eine extra Dimension zu einer schon perfekten Band hinzu. Lang lebe POWER QUEST und lass uns auf mindestens noch zehn Alben hoffen!