Es
gibt musikalische Momente die – wenn man sie denn erlebt
– den Rest deines zukünftigen Lebens definieren werden.
Das erste Mal, als ich Helloweens Keeper Of The Seven Keys, Part
II hörte, war so ein Moment. Der Song Eagle Fly Free wurde
beim ersten Hören zu meinem absoluten Metal Lieblingslied
- unabhängig vom Genre – und das ist bis heute so geblieben.
Ich wusste, dass ist die Musik, die ich hören will, für
die ich leben will. Seitdem sind nur ein paar wenige Alben dem
Keeper Of The Seven Keys, Part II nahe gekommen, z.B.: Stratovarius’
Infinite, Sonata Arcticas Silence, Edguys Theater Of Salvation
und letztens Insanias Fantasy. Jetzt kann noch ein Album hinzugefügt
werden, nämlich POWER QUEST’s Neverworld.
Die Jungs kehren nach dem Debüt Wings Of Forever
nun mit Neverworld als zweiten Silberling
zurück, und wow ...!!! Als ich das erste Mal den Titelsong
von Neverworld hörte, wurden meine
Gedanken sofort zurück zu Eagle Fly Free transportiert. So
gut war der Song. Und der Rest des Albums war auch Killer. Ich
wusste, dass, egal wie groß mal die Jungs von POWER
QUEST sein werden (oder auch nicht), ich wollte deren
Quest und deren Entwicklung folgen. Das magische Gefühl war
da.
So, jetzt kehren
Steve Williams (Keyboards und hauptsächlicher Songschreiber),
Steve Scott (Viersaiter), Alessio Garavello (Gesang, auch Arthemis),
Andrea Martongelli (Gitarre, auch Arthemis) und Gavin Ward (Schlagzeug,
obwohl ausgestiegener Kesselmann Andre Bargmann die Drums fürs
Album eingespielt hat) mit ihrem Zweitling zurück, und
wenn's dir immer noch nicht klar ist, dann noch einmal: das
Album ist verdammt noch mal fantastisch! Großartig! Brillant!
Natürlich kann ich meine Gefühle für ein Album
schriftlich nicht ganz rüberbringen. Du musst es sehen,
wenn ich meine Fäuste in die Luft recke bei galoppierenden,
epischen Tracks wie Neverworld (Power Quest II), Temple
Of Fire & Sacred Land, meinen sich krümmenden
Körper bei Perlen wie Edge Of Time, Well Of
Souls & Into The Light beobachten, meine zitternde
Unterlippe bei der Überballade When I'm Gone hautnah studieren
und du wirst verstehen. Übrigens will ich diesen Song bei
meiner Beerdigung gespielt haben. So verdammt schön ist
er.
Immer melodisch,
(beinah) immer fix und immer catchy, haben POWER QUEST
ihren eigenen Metal Stil geschmiedet, obwohl von Stratovarius,
Edguy, Helloween und dergleichen inspiriert. Steve Williams
ist ein sehr begabter Songschreiber, da er JEDER Komposition
was eigenes verleiht, ohne dass der Song aus den Rahmen fällt.
Und Gott, welch catchy Songs dieser Mann schreibt! Einige Power
Metal Bands hätten seinen Dienst wirklich nötig heutzutage.
Die Produktion könnte man am Bestens mit kristallklar beschreiben
(von Karl Groom von Threshold produziert). Zieh den Lautstärkeregler
bis zur elf, damit dir die Klampfe deine Trommelfelle problemlos
vernichten kann, und genieße Andrea Martongellis Solos,
die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Einfach mal Neverworld
anhören und du wirst wissen, was ich meine.
Die japanische Version
des Albums beinhaltet zwei Bonustracks: Find Your Way To
The Top, von Andrea und Alessio geschrieben, und eine alternative
Version von When I'm Gone, mit der Stimme von Sabine
Edelsbacher von Edenbridge. Für uns Europäer gibt
es eine Multimediasektion mit Video und einem Interview. Und
da ich jeden Song außer einem schon besprochen habe, vergiss
For Evermore nicht, den man am besten als Ohrwurm beschreiben
könnte. Tja... die Art und Weise, wie die 80er Keyboards
am Anfang dieses Songs benutzt werden, so wie auch bei Edge
Of Time fügt nur eine extra Dimension zu einer schon
perfekten Band hinzu. Lang lebe POWER QUEST
und lass uns auf mindestens noch zehn Alben hoffen!
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