PERSEPHONE – Letters To A Stranger

 
Label: Curzweyhl
Release: 02.11.2007
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 50:27
Stil: Gothic/Klassik
URL: Persephone
 
Während L’ame Immortelle scheinbar das Zeitliche gesegnet haben (naja, nicht wirklich), starten ihre beiden Protagonisten einmal mehr Solo durch. In diesem Fall schreibt Sängerin Sonja Kraushofer dieser Tage Briefe an einen Fremden, bereits ihr viertes Soloalbum als PERSEPHONE. Und bevor man überhaupt einen Ton von Letters To A Stranger zu hören bekommt, darf man sich erst einmal über eine wundervoll gestaltete CD-Box freuen.
Die CD selbst gibt es im eigenen Pappschuber, der dem Design der Box entspricht. Dazu das Falt-Booklet aus romantisch verklärten Grafiken mit Sonja und den beteiligten Musikern und 12 handgeschriebenen Text-Sheets, eines für jeden Song und eines für die Credits. Keine Ahnung, ob das wirklich Sonjas Handschrift ist, einfach zu lesen ist sie jedenfalls nicht ;)
PERSEPHONE ist ein klassisches Projekt, und diesmal sogar in seiner Gesamtheit, denn Letters To A Stranger wurde vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode eingespielt. Wer mit Klassik nichts anfangen kann und auch die Stimme von Sonja Kraushofer nicht mag, wird hier wohl das Laufen bekommen. Denn Sonja bleibt nicht nur in wild romantischen und melancholischen Gefilden, sie spielt mit Einflüssen und Elementen, wechselt mal ins Theatralische oder wird gar Tangorös bei Mean. Dementsprechend fällt auch die Instrumentierung aus und dürfte für ungewohnte Ohren das eine oder andere Mal recht experimentell klingen. Sonja versucht viel, kann zugegebenermaßen nicht immer überzeugen bzw. muss man ihr viel künstlerischem Freiraum zugestehen (Stained, Wishful).
Nichtsdestotrotz ist Letters To A Stranger ein stimmiges Album, Abweichungen von der Grundstimmung sind gut inszeniert und platziert. Hier hat Martin Höfer (auch von Janus her bekannt), der nicht nur am Cello brilliert, sondern auch für die orchestralen Arrangements verantwortlich zeichnet, eine wirklich fantastische Arbeit geleistet.
Wer für graue Herbst-/Wintertage zum Sterben schöne Songs braucht, weil gerade der/die unerreichbare „Fremde“ im Kopf rumspukt ist mit Fateful, Untitled oder auch Blue bestens versorgt.
In Letters To A Stranger muss man sich bewusst fallen lassen, sich darauf einlassen, den Worten lauschen, dann entwickelt dieses Album auch seine ganze Schönheit.