Allstar-Projekte
sehen auf dem Papier oft wesentlich spektakulärer aus,
sobald sie erstmalig verkündet werden als wenn man die
CD das erste Mal in die Anlage/CD-Schlitz des Rechners schiebt.
Glorreiche Ausnahmen wie Bloodbath, Chaosbreed oder Covenant
bestätigen die Regel.
Hinter OV HELL verbergen sich die kreativen Köpfe
Shagrath (Dimmu Borgir) und King (ex-Gorgoroth/ex-Audrey Horne/ex-und
und und). An sich nichts sonderlich Weltbewegendes – Nebenprojekte
und Gastauftritte der beiden gibt es viele an der Zahl. Viel
interessanter ist die vermeintliche „Hintermannschaft“:
mit Ice Dale haben sie sich einen Klampfer an Bord geholt, der
neben seiner Hauptband Enslaved u.a. mit Audrey Horne und I
regelmäßig mächtigst für Glücksgefühle
sorgt; daneben hat sich die Drumhure deluxe Frost fürs
Line-Up empfohlen, vielleicht der beste Black Metal Schlagwerker
heutzutage. Jener hat gleich seinen Kollegen Teloch von 1349
als Verstärkung an der zweiten Klampfe mitgezogen. So viel
zum Line-Up, nun schauen wir einmal, ob OV HELL es schaffen,
als Ausnahme die erwähnte Regel zu bestätigen.
The Underworld Regime ist vielschichtig ausgelegt,
dabei werden sämtliche Spielarten des Black Metal auf technisch
allerhöchstem Niveau angesteuert. Devil’s Harlot
paart als Opener pfeilschnelles Geknüppel mit fast schon
thrashigen Riffs – kurz und knackig wird der Song auf
den Punkt gebracht. Post Modern Sadist erinnert durch
das gesetzte Tempo ein wenig an die epischen Momente der Landsleute
Immortal – im selben Fahrwasser bewegt sich das äußerst
experimentelle Ghosting.
Etwas negativ stößt die Mogelpackung Spielzeit auf:
lockere viereinhalb Minuten kann man von der Spielzeit streichen
– denn so viel ergeben zusammengezählt die im Grunde
gelungenen Intro-/Outro-Spielereien auf The Underworld
Regime. Betrachtet man dabei die eh schon kurze Spieldauer,
dann fällt das schon negativ auf. Viereinhalb Minuten ergeben
einen weiteren Song. Nächstes Mal bitte etwas mehr Songs
und weniger Intros/Outros!