OV HELL – The Underworld Regime

 
Label: Indie Recordings
Release: 26.02.2010
Von: Haris
Punkte: 8/10
Time: 37:35
Stil: Black Metal
URL: Ov Hell
 
Allstar-Projekte sehen auf dem Papier oft wesentlich spektakulärer aus, sobald sie erstmalig verkündet werden als wenn man die CD das erste Mal in die Anlage/CD-Schlitz des Rechners schiebt. Glorreiche Ausnahmen wie Bloodbath, Chaosbreed oder Covenant bestätigen die Regel.
Hinter OV HELL verbergen sich die kreativen Köpfe Shagrath (Dimmu Borgir) und King (ex-Gorgoroth/ex-Audrey Horne/ex-und und und). An sich nichts sonderlich Weltbewegendes – Nebenprojekte und Gastauftritte der beiden gibt es viele an der Zahl. Viel interessanter ist die vermeintliche „Hintermannschaft“: mit Ice Dale haben sie sich einen Klampfer an Bord geholt, der neben seiner Hauptband Enslaved u.a. mit Audrey Horne und I regelmäßig mächtigst für Glücksgefühle sorgt; daneben hat sich die Drumhure deluxe Frost fürs Line-Up empfohlen, vielleicht der beste Black Metal Schlagwerker heutzutage. Jener hat gleich seinen Kollegen Teloch von 1349 als Verstärkung an der zweiten Klampfe mitgezogen. So viel zum Line-Up, nun schauen wir einmal, ob OV HELL es schaffen, als Ausnahme die erwähnte Regel zu bestätigen.
The Underworld Regime ist vielschichtig ausgelegt, dabei werden sämtliche Spielarten des Black Metal auf technisch allerhöchstem Niveau angesteuert. Devil’s Harlot paart als Opener pfeilschnelles Geknüppel mit fast schon thrashigen Riffs – kurz und knackig wird der Song auf den Punkt gebracht. Post Modern Sadist erinnert durch das gesetzte Tempo ein wenig an die epischen Momente der Landsleute Immortal – im selben Fahrwasser bewegt sich das äußerst experimentelle Ghosting.
Etwas negativ stößt die Mogelpackung Spielzeit auf: lockere viereinhalb Minuten kann man von der Spielzeit streichen – denn so viel ergeben zusammengezählt die im Grunde gelungenen Intro-/Outro-Spielereien auf The Underworld Regime. Betrachtet man dabei die eh schon kurze Spieldauer, dann fällt das schon negativ auf. Viereinhalb Minuten ergeben einen weiteren Song. Nächstes Mal bitte etwas mehr Songs und weniger Intros/Outros!