Der Sound des norwegischen Quintetts OCTOHAWK gestaltet sich überaus interessant, vielgestaltig und nicht ganz einfach hörbar. Die Atmosphäre erinnert in vokalistischer Hinsicht an Pantera oder Gojira, der Sound enthält eine Vielzahl an cool groovenden, nach vorne drängenden Elementen. Dazu gesellen sich dezente symphonische Farbtupfer, die Quantum Age feinsinnig untermalen. Die stoisch stampfenden Rhythmen passen da als Kontrast wunderbar dazu. Zu Beginn von Decode darf der Drummer sein progressives Können zeigen, ehe wieder bassdominierte Grooves die Vorherrschaft übernehmen. Der rauhe und doch melodische Gesang vermittelt ob der spielerisch sanften Modulation brachialen Biss und samtige Wärme. Geschickt variieren die Musiker das Tempo und auch der harmonische Chorgesang setzt wunderbare Akzente. Verspielte, jazzige Drumfiguren, Sitarklänge und psychedelische Sounds lassen den Hörer angenehm schweben, bevor der aggressive Gesang wieder Härte ins Spiel bringt. Die Stücke wogen in ihrer Intensität auf und ab – von meditativ über hypnotisch bis ekstatisch reicht die Bandbreite. Der Drive von Momentum fußt auf sägenden Gitarrenriffs, die mit eleganten Vokallinien einhergehen; der beschwörende, verzweifelte Gesang und die Heavy-Metal-Soli zeugen von variablem Songwriting.
Nach dem sphärisch-bedrohlichen Zwischenspiel Earthrise lassen OCTOHAWK nochmal die progressiven Muskeln spielen und verknoten uns bei Beyond Tomorrow mit komplexer Rhythmik sowie harschen Stimmungswechseln die Gehörgänge, um nur wenig später mit sanftmütigen Textzeilen und getragener Melodik zu betören. Abschließend öffnen die Gateways eine Tür zu leichtfüßigen, aber teils komplizierten Klanglandschaften, die von orchestralem Bombast und verschachtelten Gitarrenarrangements verfeinert werden. Das symphonisch donnernde Finale setzt einen aufbrausenden Schlusspunkt.
OCTOHAWK verbinden auf Determinist staubtrockenen Wüstensound mit progressiver Leichtigkeit, jazziger Verspieltheit, grooviger Effektivität und dampfenden Soli. Das macht Spaß, fordert das Auditorium aber speziell bei den Vocals zu genauer Beschäftigung heraus.
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