Iconoclast,
das neue Album von NAZXUL, ließe sich sich der
Einfachheit halber eigentlich mit nur wenigen Worten zusammenfassen:
Mächtig, teuflisch, bombastisch und absolut finster. Da
das für ein Review vielleicht doch etwas wenig wäre,
will ich dann doch etwas näher drauf eingehen.
Was die Australier mit Iconoclast abliefern ist
nichts anderes als ein unheilvoller Meilenstein im Bereich des
bombastischen Black Metal. Wirklich eine apokalyptische Manifestation
des Öffnens aller Pforten der Hölle.
Herausragend ist NAZXUL erneut das Einflechten der majestätisch-synfonischen
Keyboards gelungen, die stets präsent sind. Mal die herrlich
Gitarren durch kontrastierte Sphärenklänge begleitend,
mal erhaben majestätisch und wieder ein anderes mal gar
martialisch triumphal – hier wird die ganze Bandbreite
ausgeschöpft. Insgesamt finden sich auf Iconoclast
14 Stücke, wobei sechs davon fast reine Keyboardinstrumentals
sind, die dem ganzen Album fast schon eine Art Soundtrackcharakter
verleihen. In den übrigen acht „richtigen“
Songs ist das Keyboard zwar auch immer präsent, doch beansprucht
es nie den gesamten Raum für sich und lässt den übrigen
Instrumenten und dem keifenden Gesang mehr als genug Platz um
sich zu entfalten. Weiterhin schaffen es NAZXUL trotz
der Präsenz dieses Instruments ihre Songs so zu gestalten,
dass zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise die Worte Kitsch
oder Kleister im Raume stehen. Abgesehen von diesem an sich
schon durchdachten Songwriting geben die Drums dazu eine Menge
Gas und sorgen ihrerseits ebenfalls dafür, dass Iconoclast
stets sehr gewaltig und herrlich brutal und finster rüberkommt.
Ein Vergleich mit einer kommerziellen Größe wie Dimmu
Borgir liegt in diesem Genre natürlich schon irgendwie
nahe. Und eben diesen Vergleich gewinnt Iconoclast
meiner Meinung nach. Auch bei NAZXUL wird zwar vom Bombast
her geklotzt und nicht gekleckert, dafür jedoch wird gleichzeitig
das Aggressionspotential stets ordentlich ausgeschöpft,
so dass sie im Prinzip wie der finstere und brutalere Bruder
der norwegischen Größe wirken.
Aufgrund der extrem hohen Güteklasse jedes einzelnen Songs
ist es somit auch nicht verwunderlich, dass man keinen Song
wirklich herauspicken und als „den Song“ des Albums
präsentieren könnte. Jedes Lied für sich ist
ein kleines, dunkles Meisterwerk. Wenn man nur einen Anspieltipp
nennen dürfte, so würde ich zwar in diesem Fall das
dämonische, kriegerisch wirkende und perfekt ausbalancierte
Set In Array nennen, aber ähnliche Lobeshymnen gelten
eigentlich gleichermaßen für den Rest der Songs.
Wirklich – viel besser geht es eigentlich nicht. Für
mich persönlich als Soundtrack-, Hörspiel- und Keyboard
Junkie hätte sich Iconoclast zwar noch einen
Tick marschierend-triumphaler und durch einige Spoken Word Passagen
bereichert – sprich: in Bal Sagoths Terrain - präsentieren
dürfen, aber abgesehen von diesem rein persönlichen
Wunsch, ist NAZXUL mit Iconoclast ein wirklich
perfektes Album gelungen! Muss man haben!