NAZXUL – Iconoclast

 
Label: Eisenwald Tonschmiede
Release: 27.07.2009
Von: Bulletrider
Punkte: 9.5/10
Time: 56:02
Stil: Bombastic Black Metal
URL: Nazxul
 
Iconoclast, das neue Album von NAZXUL, ließe sich sich der Einfachheit halber eigentlich mit nur wenigen Worten zusammenfassen: Mächtig, teuflisch, bombastisch und absolut finster. Da das für ein Review vielleicht doch etwas wenig wäre, will ich dann doch etwas näher drauf eingehen.
Was die Australier mit Iconoclast abliefern ist nichts anderes als ein unheilvoller Meilenstein im Bereich des bombastischen Black Metal. Wirklich eine apokalyptische Manifestation des Öffnens aller Pforten der Hölle.
Herausragend ist NAZXUL erneut das Einflechten der majestätisch-synfonischen Keyboards gelungen, die stets präsent sind. Mal die herrlich Gitarren durch kontrastierte Sphärenklänge begleitend, mal erhaben majestätisch und wieder ein anderes mal gar martialisch triumphal – hier wird die ganze Bandbreite ausgeschöpft. Insgesamt finden sich auf Iconoclast 14 Stücke, wobei sechs davon fast reine Keyboardinstrumentals sind, die dem ganzen Album fast schon eine Art Soundtrackcharakter verleihen. In den übrigen acht „richtigen“ Songs ist das Keyboard zwar auch immer präsent, doch beansprucht es nie den gesamten Raum für sich und lässt den übrigen Instrumenten und dem keifenden Gesang mehr als genug Platz um sich zu entfalten. Weiterhin schaffen es NAZXUL trotz der Präsenz dieses Instruments ihre Songs so zu gestalten, dass zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise die Worte Kitsch oder Kleister im Raume stehen. Abgesehen von diesem an sich schon durchdachten Songwriting geben die Drums dazu eine Menge Gas und sorgen ihrerseits ebenfalls dafür, dass Iconoclast stets sehr gewaltig und herrlich brutal und finster rüberkommt. Ein Vergleich mit einer kommerziellen Größe wie Dimmu Borgir liegt in diesem Genre natürlich schon irgendwie nahe. Und eben diesen Vergleich gewinnt Iconoclast meiner Meinung nach. Auch bei NAZXUL wird zwar vom Bombast her geklotzt und nicht gekleckert, dafür jedoch wird gleichzeitig das Aggressionspotential stets ordentlich ausgeschöpft, so dass sie im Prinzip wie der finstere und brutalere Bruder der norwegischen Größe wirken.
Aufgrund der extrem hohen Güteklasse jedes einzelnen Songs ist es somit auch nicht verwunderlich, dass man keinen Song wirklich herauspicken und als „den Song“ des Albums präsentieren könnte. Jedes Lied für sich ist ein kleines, dunkles Meisterwerk. Wenn man nur einen Anspieltipp nennen dürfte, so würde ich zwar in diesem Fall das dämonische, kriegerisch wirkende und perfekt ausbalancierte Set In Array nennen, aber ähnliche Lobeshymnen gelten eigentlich gleichermaßen für den Rest der Songs.
Wirklich – viel besser geht es eigentlich nicht. Für mich persönlich als Soundtrack-, Hörspiel- und Keyboard Junkie hätte sich Iconoclast zwar noch einen Tick marschierend-triumphaler und durch einige Spoken Word Passagen bereichert – sprich: in Bal Sagoths Terrain - präsentieren dürfen, aber abgesehen von diesem rein persönlichen Wunsch, ist NAZXUL mit Iconoclast ein wirklich perfektes Album gelungen! Muss man haben!