LORDI – The Arockalypse

 
Label: Sony
Release: 01.03.2006
Von: Polsi
Punkte: 8/10
Time: 37:15
Stil: Rock
URL: Lordi
 
Mr. Lordi und seine Monstercrew holt nun schon für dritten musikalischen Schlag gegen die Menschheit aus und führt sein bewährtes Konzept weiter: guten 80er Rock mit einem einzigartigen Image zu verbinden. Es besteht natürlich kein Zweifel darüber, dass LORDI ohne ihre aufwändigen Ganzkörperkostüme und ihr gesamtes Erscheinungsbild niemals dermaßen viel Medieninteresse geweckt hätten, doch auch die Musik für sich alleine kann voll und ganz überzeugen.
Wie schon auf den Vorgängeralben Get Heavy (2002) und The Monsterican Dream (2004) verbinden LORDI griffige, effektive und teilweise recht simple Riffs mit einprägsamen Gesangslinien, viel Melodie und Keyboarduntermalung. Das ist zwar nichts Weltbewegendes, bietet aber doch großartige Unterhaltung und eignet sich für rauschende Parties genauso gut wie zum Autofahren oder einfach mal zum nebenbei laufen lassen.
Klar ist auch auf dieser Scheibe nicht jeder Track ein Kracher, doch lässt sich im Vergleich zu The Monsterican Dream eine steil ansteigende Hit-Tendenz feststellen. Schon das Opener-Trio The Deadite Girls Gone Wild, The Kids Who Wann Play With The Dead und It Snows In Hell machen klar, dass LORDI noch nie so ausgereift und kontrolliert klangen, wie auf dieser Scheibe.
Das werden sich wohl auch die prominenten Gäste gedacht haben, die das Album zusätzlich aufwerten. Während Dee Snider von Twisted Sister nur die Monster-Sprechrolle im originellen Intro übernimmt, veredelt der ehemalige KISS-Klampfer Bruce Kullick den Song It Snows In Hell mit seinen Solokünsten, und Udo Dirkschneiders Stimme (Accept) passt in They Only Come Out At Night wie die Faust aufs Auge!
Dass sich der Fünfer nicht mit einem Durchschnittssound zufrieden gegeben hat, dürfte angesichts der durchdachten Songs nicht verwundern. Obwohl die zelebrierte Stilrichtung schon fast nach einer staubigen 80er-Produktion zu schreien scheint, wurde das Material in einen absolut modernen Sound verpackt, was zwar ein wenig poliert, dafür aber entsprechend druckvoll klingt.
Es erscheint allerdings ziemlich wahrscheinlich, dass uns nun nach drei völlig stilgleichen Alben auf dem nächsten Longplayer ein paar Veränderungen bevorstehen werden, wenn LORDI eine Stagnation verhindern wollen. Bis dahin haben wir aber noch Zeit und erfreuen uns an The Arockalypse.