Mr.
Lordi und seine Monstercrew holt nun schon für dritten
musikalischen Schlag gegen die Menschheit aus und führt
sein bewährtes Konzept weiter: guten 80er Rock mit einem
einzigartigen Image zu verbinden. Es besteht natürlich
kein Zweifel darüber, dass LORDI ohne
ihre aufwändigen Ganzkörperkostüme und ihr gesamtes
Erscheinungsbild niemals dermaßen viel Medieninteresse
geweckt hätten, doch auch die Musik für sich alleine
kann voll und ganz überzeugen.
Wie schon auf den Vorgängeralben Get Heavy
(2002) und The Monsterican Dream (2004)
verbinden LORDI griffige, effektive und teilweise
recht simple Riffs mit einprägsamen Gesangslinien, viel
Melodie und Keyboarduntermalung. Das ist zwar nichts Weltbewegendes,
bietet aber doch großartige Unterhaltung und eignet sich
für rauschende Parties genauso gut wie zum Autofahren oder
einfach mal zum nebenbei laufen lassen.
Klar ist auch auf dieser Scheibe nicht jeder Track ein Kracher,
doch lässt sich im Vergleich zu The Monsterican
Dream eine steil ansteigende Hit-Tendenz feststellen.
Schon das Opener-Trio The Deadite Girls Gone Wild, The Kids
Who Wann Play With The Dead und It Snows In Hell
machen klar, dass LORDI noch nie so ausgereift
und kontrolliert klangen, wie auf dieser Scheibe.
Das werden sich wohl auch die prominenten Gäste gedacht
haben, die das Album zusätzlich aufwerten. Während
Dee Snider von Twisted Sister nur die Monster-Sprechrolle im
originellen Intro übernimmt, veredelt der ehemalige KISS-Klampfer
Bruce Kullick den Song It Snows In Hell mit seinen
Solokünsten, und Udo Dirkschneiders Stimme (Accept) passt
in They Only Come Out At Night wie die Faust aufs Auge!
Dass sich der Fünfer nicht mit einem Durchschnittssound
zufrieden gegeben hat, dürfte angesichts der durchdachten
Songs nicht verwundern. Obwohl die zelebrierte Stilrichtung
schon fast nach einer staubigen 80er-Produktion zu schreien
scheint, wurde das Material in einen absolut modernen Sound
verpackt, was zwar ein wenig poliert, dafür aber entsprechend
druckvoll klingt.
Es erscheint allerdings ziemlich wahrscheinlich, dass uns nun
nach drei völlig stilgleichen Alben auf dem nächsten
Longplayer ein paar Veränderungen bevorstehen werden, wenn
LORDI eine Stagnation verhindern wollen. Bis
dahin haben wir aber noch Zeit und erfreuen uns an The
Arockalypse.