LAST TRIBE - The Uncrowned
Label: Frontiers Records
Release: 01.12.2003
By: Alex
Points: 9
 

Donnerwetter! Melodischer Metal ohne Doppelbasswichserei und Eunuchengesang, geht das? Die Vier Mannen von LAST TRIBE liefern den lebendigen Beweis, dass die Antwort auf diese Frage ein großes JA sein mag. Ich bin erstaunt. Ich bin sauglücklich. Ich bin beeindruckt. Vor The Uncrowned haben die Kerle schon zwei Scheiben veröffentlicht, und es heißt ja nun, mit dem dritten entweder „make or break", also Durchbruch oder Durchfall. Wenn es denen mit The Uncrowned nicht gelingt, den großen Durchbruch zu schaffen, dann werd' ich meine Mütze essen! Und die ist schon sehr sehr warm und bequem!

Also: Tatsache Nummer eins: Sänger Rickard Bengtsson hat eine Stimme nicht von dieser Welt, und obwohl er sich nicht einmal in Kiske/Kotipelto/Ben Sotto-höhen verschlingt, ist er zu keinem Zeitpunkt langweilig oder steril. Schön, rau, warm, das sind die drei Worte, die zu seiner Stimme passen. Ihr müsst selbst hören. Tatsache Nummer zwei: Gitarerro Magnus Karlsson ist sehr, und ich sage sehr, begabt. Er verspricht im Promoblatt sowohl Härte wie Melodien und er hält was er verspricht. Ist solche Rifferei möglich mit nur einer Axt? Der gute Herr Karlsson schafft's auf jeden Fall, abwechslungsreiche Songs zu basteln, und immer wieder zu erstaunen. Mann könnte ihn mit Jeff Loomis von Nevermore vergleichen, obwohl die beiden sich natürlich in verschiedenen Stilarten des Metals bewegen. Tatsache Nummer drei: Die Rhythmussektion mit Dick Lövgren am Bass und Jaime Salazar hinter den Drums ist ebenso tight, wie diese Musik verlangt, und das, meine Damen und Herren, ist nicht schlecht. Diese Herren sind Vollblutprofis. Dazu kommt die tadellose Produktion von Anders „Theo" Theander, und es bleibt nur zu hören, ob die Songs so etwas am Kasten haben. Das haben sie.

Gott, der in der Ferne hausiert, danke für diese Scheibe und insbesondere fetten Dank für die Songs The Chosen One, The Uncrowned und Only The Innocent. Alle Songs auf der Platte sind hochkarätige Diamanten, aber diese drei sind eben meine persönlichen Lieblingsstücke. Ich werde es nicht einmal versuchen, die Dynamik und Schönheit dieser Lieder zu beschreiben. Hörgenuss ist ja eine tief persönliche Sache. Ich will euch nur empfehlen, auf jeden Fall diese Scheibe einmal zu hören und wenn sie euch gefällt, die Band mit einem Kauf zu unterstützen. Manchmal darf man kurz in den Himmel hineinschauen, und manchmal gibt’s den Himmel sogar im Musikladen zu bekommen. Nur ein kleiner Tipp von mir...

Last Tribe