| Donnerwetter!
Melodischer Metal ohne Doppelbasswichserei und Eunuchengesang, geht
das? Die Vier Mannen von LAST TRIBE liefern den
lebendigen Beweis, dass die Antwort auf diese Frage ein großes
JA sein mag. Ich bin erstaunt. Ich bin sauglücklich. Ich bin
beeindruckt. Vor The Uncrowned haben die
Kerle schon zwei Scheiben veröffentlicht, und es heißt
ja nun, mit dem dritten entweder „make or break", also
Durchbruch oder Durchfall. Wenn es denen mit The Uncrowned
nicht gelingt, den großen Durchbruch zu schaffen, dann werd'
ich meine Mütze essen! Und die ist schon sehr sehr warm und
bequem!
Also:
Tatsache Nummer eins: Sänger Rickard Bengtsson hat eine Stimme
nicht von dieser Welt, und obwohl er sich nicht einmal in Kiske/Kotipelto/Ben
Sotto-höhen verschlingt, ist er zu keinem Zeitpunkt langweilig
oder steril. Schön, rau, warm, das sind die drei Worte, die
zu seiner Stimme passen. Ihr müsst selbst hören. Tatsache
Nummer zwei: Gitarerro Magnus Karlsson ist sehr, und ich sage sehr,
begabt. Er verspricht im Promoblatt sowohl Härte wie Melodien
und er hält was er verspricht. Ist solche Rifferei möglich
mit nur einer Axt? Der gute Herr Karlsson schafft's auf jeden Fall,
abwechslungsreiche Songs zu basteln, und immer wieder zu erstaunen.
Mann könnte ihn mit Jeff Loomis von Nevermore vergleichen,
obwohl die beiden sich natürlich in verschiedenen Stilarten
des Metals bewegen. Tatsache Nummer drei: Die Rhythmussektion mit
Dick Lövgren am Bass und Jaime Salazar hinter den Drums ist
ebenso tight, wie diese Musik verlangt, und das, meine Damen und
Herren, ist nicht schlecht. Diese Herren sind Vollblutprofis. Dazu
kommt die tadellose Produktion von Anders „Theo" Theander,
und es bleibt nur zu hören, ob die Songs so etwas am Kasten
haben. Das haben sie.
Gott,
der in der Ferne hausiert, danke für diese Scheibe und insbesondere
fetten Dank für die Songs The Chosen One, The
Uncrowned und Only The Innocent. Alle Songs auf der
Platte sind hochkarätige Diamanten, aber diese drei sind eben
meine persönlichen Lieblingsstücke. Ich werde es nicht
einmal versuchen, die Dynamik und Schönheit dieser Lieder zu
beschreiben. Hörgenuss ist ja eine tief persönliche Sache.
Ich will euch nur empfehlen, auf jeden Fall diese Scheibe einmal
zu hören und wenn sie euch gefällt, die Band mit einem
Kauf zu unterstützen. Manchmal darf man kurz in den Himmel
hineinschauen, und manchmal gibt’s den Himmel sogar im Musikladen
zu bekommen. Nur ein kleiner Tipp von mir...
Last
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