L’ÂME
IMMORTELLE machen es einen wirklich nicht leicht, denn
obwohl das österreichische Duo um Sonja Kraushofer und
Thomas Rainer schon den einen oder anderen unvergänglichen
Hit geschrieben hat, schaffen sie es dennoch nicht, ein Album
auf durchgehend hohem Niveau zu veröffentlichen.
Auf Deinen Schwingen beginnt zunächst
äußerst vielversprechend mit dem Titeltrack, einer
melancholisch-symphonischen Hymne, ganz im Glanze eben jener
angesprochener Hits, gefolgt von Herzschlag und Du
siehst mich nicht, zwei klassisch rockigen Nummern, wobei
erstere von Sonja und letztere von Thomas alleine getragen werden.
Hier fällt auf, das LAI scheinbar mit
dem Vorgänger Gezeiten zum einen
Gefallen am Gitarren-dominierten Gothic Rock gefunden haben,
denn elektronische Parts finden sich bestenfalls unterstützend
im Hintergrund, und zum anderen, dass Thomas’ Stimme und
Gesang wesentlich angenehmer und charismatischer bei mir ankommen,
als noch auf früheren Veröffentlichungen. Danach folgen
Nur Du und die aktuelle Single Phönix,
die aber schon merklich abfallen. Im Mittelteil gibt es dann
3 englisch-sprachige Songs, die mir überhaupt nicht ins
Ohr gehen wollen und bestenfalls Mittelmaß sind.
Zum Ende des Albums geht es mit deutschen Titeln (bis auf die
Ballade Last Will, die wirklich wunderschön ist)
wieder ein wenig bergauf, aber ohne das Level der ersten 3 Songs
zu erreichen und endet wie es angefangen hat: mit einer melancholisch-symphonischen
Hymne Der letzte Akt.
Der künstlerische Gesangsfreiraum, der Sonja nun zugestanden
wird, nutzt sie meines Erachtens nicht wirklich aus. Ich hab
sie schon mit Janus und Persephone erlebt und weiß, was
sie gesanglich an Ausdruckskraft rüberbringen kann.
Am Ende gibt es dann als Bonus noch Dein Herz von der
vorab veröffentlichten Maxi CD.
Fazit: Auf Deinen Schwingen ist durchweg
rockig angelegt, abwechslungsreich, fängt grandios an,
bricht in der Mitte ziemlich ein und rettet sich am Ende nur
über die Runden. Schade.