KEEP OF KALESSIN – Kolossus

 
Label: Indie Recording
Release: 06.06.2008
Von: Seb
Punkte: 8/10
Time: 54:22
Stil: Black/Extreme Metal
URL: Keep Of Kalessin
 
Bei kaum einem Album aus dem Bereich Black Metal hat man bereits im Vorfeld derartige Lobeshymnen und Vorschußlorbeeren lesen können, wie beim aktuellen Werk der Norweger KEEP OF KALESSIN. Je näher dann der Termin rückte, desto gespannter konnte man sein, ob Kolossus diesen vorab hochgesteckten Erwartungen auch gerecht werden würde, denn auch die Band selber schürte mit ihren Äußerungen im Vorfeld die Erwartungshaltung noch zusätzlich.

Beim ersten Hören wird sich den meisten, so wie auch mir, allerdings vermutlich erstmal ein leichtes Fragezeichen auf der Stirn abzeichnen. Mit dem grandiosen Vorgänger Armada hat das Album bis auf einige wenige Songs nämlich nicht mehr allzu viel zu tun, obwohl dieser bereits eine Abkehr der Band vom ganz klassischen Black Metal darstellte.
Stattdessen bietet sich eine enorme Vielfalt unterschiedlicher miteinander vermischter Stilrichtungen, von z.B. phasenweise einfach wesentlich schneller gespieltem, dennoch klar erkennbarem Metal im Stil der Achtziger (Against The Gods, Warmonger) über unüberhörbaren Zitate aus dem Thrash Metal, orientalische und akustische Einsprengsel und gefühlt überhaupt so ziemlich alles was man je unter dem Oberbegriff Metal zusammengefasst hat.
Das ist zwar auch nach mehrmaligem Durchhören noch recht interessant, wirkt aber hin und wieder auch etwas gezwungen, und ich muss zugeben, dass mir bei all den Experimenten auf Kolossus die weniger innovativen und an den „alten“ Stil gemahnenden Stücke wie Escape The Union und Ascendant noch immer am besten gefielen.
So passt auf den neuen Sound von KEEP OF KALESSIN inzwischen womöglich, wie von Frontmann O.C. verwendet, der Begriff Extreme Metal besser als der des Black Metal. Puristischen und eingefahrenen Schwarzmetall-Anhängern und/oder Fans der älteren Alben der Norweger wird Kolossus trotz aller Lobhudelei im Vorfeld daher wohl weniger gut gefallen.
Insgesamt schwer einzuordnen, technisch ohne Frage brillant, kompositorisch zumindest immer interessant, aber halt mitunter auch einfach zu viel des Guten/des Gemischs... Gehört haben sollte man die Platte aber auf jeden Fall mal.