INFESTUM – Ta Natas

 
Label: Blood Fire Death Productions
Release: 29.09.2007
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 48:34
Stil: Black Metal
URL: Infestum
 
Von der Optik her wollen INFESTUM auf alle Fälle modern rüberkommen und auch der Sound des Albums ist sauber und transparent. Trotzdem gelingt es den Weißrussen, auf Ta Natas viel vom alten Geist des Black Metal einzubinden. Dabei variieren die 4 finsteren Sonnenbrillenträger die Geschwindigkeit in angenehmer Art und Weise, einige Teile sind bestens zum Genickwirbeltraining geeignet. Fast in jedem Lied drosseln INFESTUM das Tempo, um nicht durchgehend der Raserei anheim zu fallen. Zwar kommen letztendlich gefällige Stücke, nicht jedoch sensationelle Kompositionen dabei heraus. Die instrumentale Seite weiß zu gefallen, doch die Hauptschuld am eher durchwachsenen Gesamteindruck hat sicher die Stimme. Diese ist nämlich durchgehend übermäßig mit Effekten entfremdet, dass nach dem zweiten Stück einfach ein sich immer weiter steigernder Nerv-Faktor entwickelt. Da nützt es auch nichts, wenn die Band es zwischendurch schafft, an Emperor erinnernde Passagen zu schreiben oder die Atmosphäre ebendieser einzigartigen Gruppe einzufangen. So bleiben einige nette Passagen im Gedächtnis, die Musiker sind um Abwechslung bemüht und riffen sich durch 10 gute Lieder. Mir gefallen die peitschenden Gitarren wie etwa im explosiven On Wings, das durch fließende Taktwechsel besticht. Leider macht auch hier die effektüberladene Stimme einiges an Hörgenuss wieder zunichte. Positiv erwähnenswert wäre weiterhin das unauffällige Keyboard, das ich allerdings hin und wieder als zu leise empfinde. Ich muss INFESTUM auch zugute halten, dass sie sehr schnell spielen können, ohne dem Chaos das Zepter zu überlassen. Trotzdem kommen die etwas getrageneren Teile kraftvoller aus den Boxen, doch haben auch die pfeilschnellen Attacken dadurch gute Kontrastwirkung.
Eigentlich gibt es von meiner Seite wenig an Ta Natas auszusetzen, die Hymnen fehlen allerdings. Beim nächsten Mal hoffe ich inständig, dass INFESTUM dem natürlichen Timbre ihres Sängers vertrauen und nicht allzu künstlich auf die Sprünge helfen müssen. Außerdem sollte der an manchen Stellen arg übertrieben moderne Einsatz der Drums zurückgeschraubt werden, dann gibt es auch von mir mehr Anerkennung.