Von
der Optik her wollen INFESTUM auf alle Fälle
modern rüberkommen und auch der Sound des Albums ist sauber
und transparent. Trotzdem gelingt es den Weißrussen, auf
Ta Natas viel vom alten Geist des
Black Metal einzubinden. Dabei variieren die 4 finsteren Sonnenbrillenträger
die Geschwindigkeit in angenehmer Art und Weise, einige Teile
sind bestens zum Genickwirbeltraining geeignet. Fast in jedem
Lied drosseln INFESTUM das Tempo, um nicht
durchgehend der Raserei anheim zu fallen. Zwar kommen letztendlich
gefällige Stücke, nicht jedoch sensationelle Kompositionen
dabei heraus. Die instrumentale Seite weiß zu gefallen,
doch die Hauptschuld am eher durchwachsenen Gesamteindruck hat
sicher die Stimme. Diese ist nämlich durchgehend übermäßig
mit Effekten entfremdet, dass nach dem zweiten Stück einfach
ein sich immer weiter steigernder Nerv-Faktor entwickelt. Da
nützt es auch nichts, wenn die Band es zwischendurch schafft,
an Emperor erinnernde Passagen zu schreiben oder die Atmosphäre
ebendieser einzigartigen Gruppe einzufangen. So bleiben einige
nette Passagen im Gedächtnis, die Musiker sind um Abwechslung
bemüht und riffen sich durch 10 gute Lieder. Mir gefallen
die peitschenden Gitarren wie etwa im explosiven On Wings,
das durch fließende Taktwechsel besticht. Leider macht
auch hier die effektüberladene Stimme einiges an Hörgenuss
wieder zunichte. Positiv erwähnenswert wäre weiterhin
das unauffällige Keyboard, das ich allerdings hin und wieder
als zu leise empfinde. Ich muss INFESTUM auch
zugute halten, dass sie sehr schnell spielen können, ohne
dem Chaos das Zepter zu überlassen. Trotzdem kommen die
etwas getrageneren Teile kraftvoller aus den Boxen, doch haben
auch die pfeilschnellen Attacken dadurch gute Kontrastwirkung.
Eigentlich gibt es von meiner Seite wenig an Ta
Natas auszusetzen, die Hymnen fehlen allerdings.
Beim nächsten Mal hoffe ich inständig, dass INFESTUM
dem natürlichen Timbre ihres Sängers vertrauen und
nicht allzu künstlich auf die Sprünge helfen müssen.
Außerdem sollte der an manchen Stellen arg übertrieben
moderne Einsatz der Drums zurückgeschraubt werden, dann
gibt es auch von mir mehr Anerkennung.