Mit
Catch 22 hatte sich das Death-Metal-Flaggschiff
HYPOCRISY keinen großen Gefallen getan.
Das Experimentieren mit NuMetal-Riffs und -Gesang, sowie ein äußerst
schräger Sound vergraulte viele Fans, und auch die Songs
selbst konnte man, rein objektiv betrachtet, als eher durchschnittlich
betrachten. Mit dem hoffentlich in nächster Zeit erscheinenden
neuen Pain-Album wird Mastermind Peter Tägtren wohl alles
Moderne weiter auf sein zweites Standbein verlagern, weshalb es
mit The Arrival nun wieder ein wenig
back-to-the-roots gehen kann. Die Richtung geben bereits Cover-Artwork
und Titel vor, und so bewegt sich der neue Output im Bereich von
Abducted und Hypocrisy.
Auffallend ist in erster Linie die perfekte Produktion, welche
wohl als beste in Tägtgrens Laufbahn angesehen werden kann
- hier stimmt einfach alles, keine verwaschenen Gitarren, keine
scheppernden Drums mehr. Was die Songs selbst angeht, bin ich
hingegen eher gespaltener Meinung. So liefern HYPOCRISY
mit ihrem neunten Studioalbum zwar wieder eine homogene Mischung
aus langsamen und schnellen Songs, können aber, wie fast
schon obligat, nur auf halber Strecke überzeugen. Zugegeben,
ich war noch nie Fan der schnelleren Songs, weil die Stärke
der Schweden eigentlich im gemäßigten Bereich liegt.
Aber davon abgesehen sind diese auf The Arrival
trotzdem die wirklich schwächsten. Der Opener Born Dead
Buried Alive beginnt mit coolem Tapping, braust dann aber
in einem 08/15-Schweden-Death-Riff los, das noch enttäuschender
als so manches Material auf Into The Abyss
ist. Als guter Einstieg ist hier eigentlich nur das Intro des
Songs gerechtfertigt. Aber gut… Mit Eraser schmeißt
das Trio dann jenen Song nach, der bereits auf der Dimmu Borgir-Tour
live angetestet wurde. Moderner Death Metal mit geiler Bridge
und tollem Refrain, ein neuer Hit. Auch das nachfolgende Stillborn
drückt mächtig und ist HYPOCRISY
at its best (mit einem Querverweis auf die verblichenen Immortal).
Mit dem können leider das an Roswell 47-angelehnte
aber enttäuschende Slave To The Parasites nicht
wirklich mithalten, auch das bereits zu 4th Dimension-Zeiten
als Bonustrack vorliegende und jetzt neu aufgenommene The
Abyss wirkt eher fade. Interessant wird’s wieder mit
dem atmosphärischen und kongenialen The Departure
sowie dem Rausschmeißer War Within. Alles in allem
also kein perfektes Album, besser als die beiden Vorgänger
aber ohne Zweifel. Kopfzerbrechen bereiten mir nur die Stimmeffekte,
die Tägtgren diesmal eindeutig übertrieben hat, Dimmu
Borgir lassen grüßen ;)
HYPOCRISY sind auch nach mehr als einer Dekade
noch nicht aufgebraucht, ein wenig mehr Inspiration hätte
aber definitiv nicht geschadet.
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