Bruno, der
bis 1999 noch bei den oberkultigen Krabathor den Bass bediente,
legt mit Rabble Manifesto bereits
das dritte Full Lenght Album innerhalb von vier Jahren vor.
Keine schlechte Leistung wenn man bedenkt, wie lange andere
Bands für ein Album brauchen. Ob unter den kurzen Veröffentlichungsintervallen
wohl die Qualität gelitten hat? Erleichterung macht sich
bereits nach den ersten beiden Songs Drowned In Burial Mud
und Cleansing Extrema breit, denn verlernt hat das
Trio nichts. Im Gegenteil: auf höchstem spielerischen Niveau
wird hier professioneller Death Metal serviert, der trotz der
immer wieder erkennbaren Verspieltheit die so wichtige Aggressivität
nicht in den Hintergrund rücken lässt. Dabei machen
HYPNÖS (seit wann schreibt man den Bandnamen
denn mit „ö“?) aber nicht den Fehler vieler
ihrer Kollegen und verfallen in einen aufgesetzten Geschwindigkeitswahn,
sondern beweisen mit Songs wie dem etwas sperrigen Opener oder
dem walzenden Black Nymph Reveals, dass Brutalität
durchaus auch durch schleppende Riffwalzen aufgebaut werden
kann, die sich unaufhaltsam wie Bulldozer den Weg in die Gehörgänge
frei baggern. Blastbeats gibt es aber immer noch zu Genüge,
wie beispielsweise in meinem derzeitigen Lieblingsstück
Krieg (The Alpha Paradox). Mut zum Experiment beweist
man mit allerlei Intros und Geräuschcollagen, sowie mit
dem Einsatz von gelegentlichen Gesangseffekten. Der Rausschmeißer
At Death’s Door und teilweise auch Black
Nymph Reveals werden sogar von erstklassigen cleanen Vocals
des Gastsängers Ladislav Svanyga veredelt, was ausgesprochen
gut gelungen ist.
Lyrisch stehen HYPNÖS über der ausgelutschten
und überflüssigen Guts'n’ Gore Thematik, der
man leider immer noch gehäuft begegnet. Die Texte werfen
einen kritischen Blick auf Welt der Politik, die Gesellschaft,
den Vatikan und die Religion im Allgemeinen.
Somit wäre eigentlich alles perfekt, nur leider klingt
Brunos Krächz- und Keifgesang an manchen Stellen ein wenig
dünn und drucklos, obwohl die Vocal-Arrangements wahrlich
nicht von schlechten Eltern sind. Abgesehen von diesem Manko
knallt Rabble Manifesto aber oberamtlich
und braucht sich auf keinen Fall vor der internationalen Death
Metal-Elite verstecken.
Als Bonus gibt’s noch eine Coverversion von Törr’s
Firecult und zwei coole Videos zu Drowned In Burial
Mud und Cleansing Extrema auf der Limited Edition
der CD.