HYPNÖS – Rabble Manifesto

 
Label: Morbid Records
Release: 20.06.2005
Von: Polsi
Punkte: 8.5/10
Time: 39:33
Stil: Death Metal
URL: Hypnös
 

Bruno, der bis 1999 noch bei den oberkultigen Krabathor den Bass bediente, legt mit Rabble Manifesto bereits das dritte Full Lenght Album innerhalb von vier Jahren vor. Keine schlechte Leistung wenn man bedenkt, wie lange andere Bands für ein Album brauchen. Ob unter den kurzen Veröffentlichungsintervallen wohl die Qualität gelitten hat? Erleichterung macht sich bereits nach den ersten beiden Songs Drowned In Burial Mud und Cleansing Extrema breit, denn verlernt hat das Trio nichts. Im Gegenteil: auf höchstem spielerischen Niveau wird hier professioneller Death Metal serviert, der trotz der immer wieder erkennbaren Verspieltheit die so wichtige Aggressivität nicht in den Hintergrund rücken lässt. Dabei machen HYPNÖS (seit wann schreibt man den Bandnamen denn mit „ö“?) aber nicht den Fehler vieler ihrer Kollegen und verfallen in einen aufgesetzten Geschwindigkeitswahn, sondern beweisen mit Songs wie dem etwas sperrigen Opener oder dem walzenden Black Nymph Reveals, dass Brutalität durchaus auch durch schleppende Riffwalzen aufgebaut werden kann, die sich unaufhaltsam wie Bulldozer den Weg in die Gehörgänge frei baggern. Blastbeats gibt es aber immer noch zu Genüge, wie beispielsweise in meinem derzeitigen Lieblingsstück Krieg (The Alpha Paradox). Mut zum Experiment beweist man mit allerlei Intros und Geräuschcollagen, sowie mit dem Einsatz von gelegentlichen Gesangseffekten. Der Rausschmeißer At Death’s Door und teilweise auch Black Nymph Reveals werden sogar von erstklassigen cleanen Vocals des Gastsängers Ladislav Svanyga veredelt, was ausgesprochen gut gelungen ist.
Lyrisch stehen HYPNÖS über der ausgelutschten und überflüssigen Guts'n’ Gore Thematik, der man leider immer noch gehäuft begegnet. Die Texte werfen einen kritischen Blick auf Welt der Politik, die Gesellschaft, den Vatikan und die Religion im Allgemeinen.
Somit wäre eigentlich alles perfekt, nur leider klingt Brunos Krächz- und Keifgesang an manchen Stellen ein wenig dünn und drucklos, obwohl die Vocal-Arrangements wahrlich nicht von schlechten Eltern sind. Abgesehen von diesem Manko knallt Rabble Manifesto aber oberamtlich und braucht sich auf keinen Fall vor der internationalen Death Metal-Elite verstecken.
Als Bonus gibt’s noch eine Coverversion von Törr’s Firecult und zwei coole Videos zu Drowned In Burial Mud und Cleansing Extrema auf der Limited Edition der CD.