HORTUS ANIMAE – Waltzing Mephisto
Label: Black Lotus
Release: 22.04.2003
Von: Dan
Punkte: 10
 

Eigentlich dachte ich schon, so was wie Innovation ist längst zur Hölle gegangen. In den 90igern hat sich alles nur noch wiederholt und war langweilig. Aber siehe da, die Bands fingen an Stile zu vermischen und was Neues zu schaffen. Offen gesagt, kombinierte Genres haben bisher kaum was Einmaliges kreiert. Ich hasse es das zu sagen, aber Label wie Doom / Death, Black/Death, Prog/Doom oder Symphonic/Black sind nur Schlagwörter und bedeuten eigentlich gar nichts. Einige wenige Bands haben es allerdings mit Stilmixen geschafft, Wegweisendes zu schaffen. Und ich bin glücklich euch mitzuteilen: HORTUS ANIMAE ist eine von diesen Bands. Deren Sound ist wirklich erfrischend. Jedes mal, wenn ich die Musik höre, sehe ich mittelalterliche Possenreißer in bunten Kleidern in einem orange getünchten Verlies um eine Leiche tanzen. Ziemlich schaurig. Die symphonischen Parts sind dabei die Schlüsselelemente, um diese Stimmung zu erreichen, zusammen mit Bless‘ fantastischen Keyboards. Ich habe niemals zuvor eine Black Metal Band gehört, die Keyboards so effektiv einsetzt. Die sind hier nicht nur dazu da, die Gitarrenriffs aufzupeppen. Bless kreiert eigene hervorragende Melodien, besonders bei Springtime Deaths, der beste Song auf Waltzing Mephisto.
Aber das ist noch nicht alles. Was am meisten hervorsticht, ist das Drumming von GroM, welcher ohne Zweifel Italiens bester Skinman ist. Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie man so wild und grimmig bei einem langsamen Instrumental wie A Feeble Light Of Hope spielen kann, ohne die Stille der Musik dabei zu stören. Sein Stil hat so viel Abwechslung, das umfasst jedes erdenkliche Spielart des Drummings.
Und um über die Musik zu sprechen, die ist -
wie ich schon sagte - ziemlich originell. Man weiß nie, was einen erwartet, meistens deshalb, weil man sowas wahrscheinlich vorher noch nie gehört hat. Die Melodien die HORTUS ANIMAE spinnen, sind ein Akt purer Brillanz. Das Album hat überhaupt keine Mängel. Die Produktion ist so gut, das man’s sich fantastisch reinziehen kann, aber dennoch krank genug, um eine dunkle, okkulte Atmosphäre zu schaffen. Der Gesang durchbohrt die Ohren und reicht von Gekeife bis hin zu brutalen Death Growls in einem Atemzug. Und darüber hinaus schaffen es HORTUS ANIMAE drei Klassiker zu covern (Freezing Moon von Mayhem, Terzo Incontro von Il Balletto di Bronzo und Tubular Bells von Mike Oldfield), sie in einem Song zu mixen und trotzdem den Originalen treu zu bleiben. Waltzing Mephisto ist für mich das bisher beste Album in 2003. Und ich will verdammt sein, wenn es noch von irgendwem übertroffen werden sollte.

Synopsis
Untitled Intro – N/A
Enter – 95%
A Hidden Osbcurity (Part I and II) – 99%
Springtime Deaths - 100%
Souls of the Cold Wind – 94%
Welcome the Godless – 86%
Freezing Moon including Terzo Incontro and Tubular Bells – 100%
A Feeble Light of Hope - 100%
Album – 97%

Hortus Animae