| Eigentlich
dachte ich schon, so was wie Innovation ist längst zur Hölle
gegangen. In den 90igern hat sich alles nur noch wiederholt und
war langweilig. Aber siehe da, die Bands fingen an Stile zu vermischen
und was Neues zu schaffen. Offen gesagt, kombinierte Genres haben
bisher kaum was Einmaliges kreiert. Ich hasse es das zu sagen,
aber Label wie Doom / Death, Black/Death, Prog/Doom oder Symphonic/Black
sind nur Schlagwörter und bedeuten eigentlich gar nichts.
Einige wenige Bands haben es allerdings mit Stilmixen geschafft,
Wegweisendes zu schaffen. Und ich bin glücklich euch mitzuteilen:
HORTUS ANIMAE ist eine von diesen Bands. Deren
Sound ist wirklich erfrischend. Jedes mal, wenn ich die Musik
höre, sehe ich mittelalterliche Possenreißer in bunten
Kleidern in einem orange getünchten Verlies um eine Leiche
tanzen. Ziemlich schaurig. Die symphonischen Parts sind dabei
die Schlüsselelemente, um diese Stimmung zu erreichen, zusammen
mit Bless‘ fantastischen Keyboards. Ich habe niemals zuvor
eine Black Metal Band gehört, die Keyboards so effektiv einsetzt.
Die sind hier nicht nur dazu da, die Gitarrenriffs aufzupeppen.
Bless kreiert eigene hervorragende Melodien, besonders bei Springtime
Deaths, der beste Song auf Waltzing Mephisto.
Aber das ist noch nicht alles. Was am meisten hervorsticht, ist
das Drumming von GroM, welcher ohne Zweifel Italiens bester Skinman
ist. Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie man so
wild und grimmig bei einem langsamen Instrumental wie A Feeble
Light Of Hope spielen kann, ohne die Stille der Musik dabei
zu stören. Sein Stil hat so viel Abwechslung, das umfasst
jedes erdenkliche Spielart des Drummings.
Und um über die Musik zu sprechen, die ist - wie
ich schon sagte - ziemlich
originell. Man weiß nie, was einen erwartet, meistens deshalb,
weil man sowas wahrscheinlich vorher noch nie gehört hat.
Die Melodien die HORTUS ANIMAE spinnen, sind
ein Akt purer Brillanz. Das Album hat überhaupt keine Mängel.
Die Produktion ist so gut, das man’s sich fantastisch reinziehen
kann, aber dennoch krank genug, um eine dunkle, okkulte Atmosphäre
zu schaffen. Der Gesang durchbohrt die Ohren und reicht von Gekeife
bis hin zu brutalen Death Growls in einem Atemzug. Und darüber
hinaus schaffen es HORTUS ANIMAE drei Klassiker
zu covern (Freezing Moon von Mayhem, Terzo Incontro
von Il Balletto di Bronzo und Tubular Bells von Mike
Oldfield), sie in einem Song zu mixen und trotzdem den Originalen
treu zu bleiben. Waltzing Mephisto ist
für mich das bisher beste Album in 2003. Und ich will verdammt
sein, wenn es noch von irgendwem übertroffen werden sollte.
Synopsis
Untitled Intro – N/A
Enter – 95%
A Hidden Osbcurity (Part I and II) – 99%
Springtime Deaths - 100%
Souls of the Cold Wind – 94%
Welcome the Godless – 86%
Freezing Moon including Terzo Incontro and Tubular Bells –
100%
A Feeble Light of Hope - 100%
Album – 97%
Hortus
Animae |