HORNED
ALMIGHTY stellen gewissermaßen die aktuelle Speerspitze
des dänischen Black Metal dar. Die Mitglieder rekrutieren
sich zum Teil aus den ebenfalls aus Arhus stammenden Bands Exmortem
und den nicht mehr bestehenden Mareridt, die seit Anfang/Mitte
der Neunziger die recht spärliche dänische Szene praktisch
unter sich ausmachten.
Für HORNED ALMIGHTY ist The
Devil’s Music der erste echte Longplayer
unter Studiobedingungen, und - verglichen mit früheren
Aufnahmen - haben sie einen echten Sprung nach vorne gemacht.
Der Name des Albums ist Programm, denn hier geht echt der Luzi
ab ;)
Ohne Rücksicht auf Verluste werden hier dreckig rauer Thrash
und Black Metal zusammen mit einer kleinen Prise Schweine-Rock
(für die hauptsächlich der wirklich geile Bass verantwortlich
zeichnet) verrührt, und das was dabei rauskommt, sind 40
Minuten straight nach vorne gehende Musik mit teilweise großartigen
Riffs. Sowas wie Verschnaufpausen in Form ruhiger Partien sucht
man vergebens, denn auch wenn gelegentlich mal nur Midtempo
gespielt wird, bleibt The Devil’s Music
stets druckvoll und zwingt einen fast zum Kopfschwingen. Der
sich schlicht S. nennende Sänger kann dabei mit seiner
Mischung aus aggressivem Kreischen, heiserem Thrash-Gesang und
ab und zu eingestreuten Growls genauso überzeugen wie seine
vier Mitstreiter, die allesamt mit extrem viel Groove zur Sache
gehen. Habe ich schon erwähnt dass der Bass verdammt gut
kommt? *g*
Hier einige Songs als Anspielstipps herauszunehmen ist gar nicht
einfach, ich entscheide mich mal für den Mittelteil mit
Discipline Of The Almighty und The Devil’s
Music, beide knapp drei Minuten lang und sofort eingängig.
Ersterer beeindruckt dabei durch ein rasant schnelles, dennoch
melodisches Lead-Riff das sich durch den ganzen Song zieht,
der Zweite haut in eine ähnliche Kerbe, kann jedoch zusätzlich
mit einem klasse Solo glänzen, übrigens dem einzigen
auf der Platte.
Dass den Jungs kurz nach der Halbzeit ein klein wenig die Ideen
ausgegangen zu sein scheinen und dem Hörer einiges schon
etwas bekannt vorkommen mag, tut dem Spaß an der Scheibe
dann auch keinen Abbruch, ich hab es mir jedenfalls eh direkt
wieder von vorne angehört, obwohl ich schon wusste was
kommt!
The Devil’s Music macht Laune,
ist schön druckvoll und rotzig produziert ohne zu „true“
wirken zu wollen... mehr kann man kaum verlangen, außer
vielleicht etwas mehr Spieldauer und wenn das nicht, dann vielleicht
noch ein paar mehr Ideen für die zweite Hälfte des
Albums. Man darf gespannt sein, was von denen noch kommt, denke
ich.