HORNED ALMIGHTY – The Devil's Music

 
Label: Infernus Rex
Release: 07.04.2006
Von: Seb
Punkte: 8.5/10
Time: 37:34
Stil: Black Metal
URL: Horned Almighty
 
HORNED ALMIGHTY stellen gewissermaßen die aktuelle Speerspitze des dänischen Black Metal dar. Die Mitglieder rekrutieren sich zum Teil aus den ebenfalls aus Arhus stammenden Bands Exmortem und den nicht mehr bestehenden Mareridt, die seit Anfang/Mitte der Neunziger die recht spärliche dänische Szene praktisch unter sich ausmachten.
Für HORNED ALMIGHTY ist The Devil’s Music der erste echte Longplayer unter Studiobedingungen, und - verglichen mit früheren Aufnahmen - haben sie einen echten Sprung nach vorne gemacht. Der Name des Albums ist Programm, denn hier geht echt der Luzi ab ;)
Ohne Rücksicht auf Verluste werden hier dreckig rauer Thrash und Black Metal zusammen mit einer kleinen Prise Schweine-Rock (für die hauptsächlich der wirklich geile Bass verantwortlich zeichnet) verrührt, und das was dabei rauskommt, sind 40 Minuten straight nach vorne gehende Musik mit teilweise großartigen Riffs. Sowas wie Verschnaufpausen in Form ruhiger Partien sucht man vergebens, denn auch wenn gelegentlich mal nur Midtempo gespielt wird, bleibt The Devil’s Music stets druckvoll und zwingt einen fast zum Kopfschwingen. Der sich schlicht S. nennende Sänger kann dabei mit seiner Mischung aus aggressivem Kreischen, heiserem Thrash-Gesang und ab und zu eingestreuten Growls genauso überzeugen wie seine vier Mitstreiter, die allesamt mit extrem viel Groove zur Sache gehen. Habe ich schon erwähnt dass der Bass verdammt gut kommt? *g*
Hier einige Songs als Anspielstipps herauszunehmen ist gar nicht einfach, ich entscheide mich mal für den Mittelteil mit Discipline Of The Almighty und The Devil’s Music, beide knapp drei Minuten lang und sofort eingängig. Ersterer beeindruckt dabei durch ein rasant schnelles, dennoch melodisches Lead-Riff das sich durch den ganzen Song zieht, der Zweite haut in eine ähnliche Kerbe, kann jedoch zusätzlich mit einem klasse Solo glänzen, übrigens dem einzigen auf der Platte.
Dass den Jungs kurz nach der Halbzeit ein klein wenig die Ideen ausgegangen zu sein scheinen und dem Hörer einiges schon etwas bekannt vorkommen mag, tut dem Spaß an der Scheibe dann auch keinen Abbruch, ich hab es mir jedenfalls eh direkt wieder von vorne angehört, obwohl ich schon wusste was kommt!
The Devil’s Music macht Laune, ist schön druckvoll und rotzig produziert ohne zu „true“ wirken zu wollen... mehr kann man kaum verlangen, außer vielleicht etwas mehr Spieldauer und wenn das nicht, dann vielleicht noch ein paar mehr Ideen für die zweite Hälfte des Albums. Man darf gespannt sein, was von denen noch kommt, denke ich.