HORIZON ABLAZE – Spawn

 
Label:

Mayhem Music

Release:

24.01.2011

Von:

Stormlord

Punkte:

7/10

Time:

60:07

Stil:

Death Metal

URL:

Horizon Ablaze

 
Die hochmelodische und harmonische Piano-Einleitung namens Inception führt eindeutig auf die falsche Fährte: Spawn ist sperrig, schwer, unangenehm, aufwühlend – und legt auf schöne Melodien oder Harmonien keinen allzu großen Wert. Die vertonte (fiktive) Kriegsthematik wird dadurch adäquat umgesetzt, ist allerdings auch recht schwer verdaulich.

Groovende Rhythmen dominieren etwa Throne Of Trepidation, das wie eine Walze über den Hörer hinwegdonnert. Refrains oder Gitarrensoli für die Ewigkeit sind wohl nicht die Intention von HORIZON ABLAZE, sondern die Wirkung entfaltet sich durch teils schleppende, dann wieder aufbrausende Rhythmik. Obligatorische Hintergrundgeräusche wie Gewehrfeuer, Sprachfetzen aus dem Radio oder auch ungewöhnliche Samples wie das Klappern einer Schreibmaschine unterstreichen noch den beklemmenden Eindruck.
Exemplarisch für die dunkle und unangenehme Atmosphäre steht das monolithische Black Burden, das zermalmende Riffs auffährt, die gleichzeitig abstoßend und faszinierend wirken.
Diese doppelgleisige Wirkung verbreiten die Norweger während der gesamten Stunde Spielzeit. Moderner Death Metal mit zähen Zwischenspielen und rhythmisch akzentuierte, walzende Riffs bestimmen die bedrückende Szenerie. Tja, und siehe da, so nach und nach tauchen auch melodische Details auf, die sich allerdings nicht in herkömmlichen, möglichst schönen Melodien ergießen. Vielmehr wird eine Melodie in ein Groove-Korsett gekleidet und in schreddernder Manier dargereicht. Ein leichter Industrial-Einschlag ist nicht zu verleugnen, auch Doom oder Sludge-Schwerfälligkeit ziehen die Stimmung in den Keller, wobei dem voluminösen Bass eine tragende Rolle beigemessen wird.

Der Reiz von Spawn liegt also in der alles plattwalzenden Rhythmik und dem mitreißenden Groove. In seiner Gesamtheit wirkt dieses Album erschlagend, womit die Künstler aber ihr selbst gestecktes Ziel erreichen: die Vertonung eines Kriegsszenarios und der damit einhergehenden Düsterstimmung. Erwartet also schwer verdauliche Kost, die aufrüttelt und verstört, aber trotzdem einen spröden, anziehenden Charme entwickelt.