Groovende Rhythmen
dominieren etwa Throne Of Trepidation, das wie eine
Walze über den Hörer hinwegdonnert. Refrains oder
Gitarrensoli für die Ewigkeit sind wohl nicht die Intention
von HORIZON ABLAZE, sondern die Wirkung entfaltet sich
durch teils schleppende, dann wieder aufbrausende Rhythmik.
Obligatorische Hintergrundgeräusche wie Gewehrfeuer,
Sprachfetzen aus dem Radio oder auch ungewöhnliche Samples
wie das Klappern einer Schreibmaschine unterstreichen noch
den beklemmenden Eindruck.
Exemplarisch für die dunkle und unangenehme Atmosphäre
steht das monolithische Black Burden, das zermalmende
Riffs auffährt, die gleichzeitig abstoßend und
faszinierend wirken.
Diese doppelgleisige Wirkung verbreiten die Norweger während
der gesamten Stunde Spielzeit. Moderner Death Metal mit zähen
Zwischenspielen und rhythmisch akzentuierte, walzende Riffs
bestimmen die bedrückende Szenerie. Tja, und siehe da,
so nach und nach tauchen auch melodische Details auf, die
sich allerdings nicht in herkömmlichen, möglichst
schönen Melodien ergießen. Vielmehr wird eine Melodie
in ein Groove-Korsett gekleidet und in schreddernder Manier
dargereicht. Ein leichter Industrial-Einschlag ist nicht zu
verleugnen, auch Doom oder Sludge-Schwerfälligkeit ziehen
die Stimmung in den Keller, wobei dem voluminösen Bass
eine tragende Rolle beigemessen wird.
Der Reiz von Spawn
liegt also in der alles plattwalzenden Rhythmik und dem mitreißenden
Groove. In seiner Gesamtheit wirkt dieses Album erschlagend,
womit die Künstler aber ihr selbst gestecktes Ziel erreichen:
die Vertonung eines Kriegsszenarios und der damit einhergehenden
Düsterstimmung. Erwartet also schwer verdauliche Kost,
die aufrüttelt und verstört, aber trotzdem einen
spröden, anziehenden Charme entwickelt.