HEXVESSEL – All Tree

 
Label: Century Media
Release: 15.02.2019
Von: BRT
Punkte: 8.5/10
Time: 46:05
Stil: Folk/Psychedelic
URL: Hexvessel
 

HEXVESSEL die vierte. Nachdem der Vorgänger When We Are Death deutlich mehr im Siebziger-Jahre Rock wilderte und die Handschrift von Mastermind Matt McNerneys fast schon omnipräsent wirkte, kehren HEXVESSEL auf All Tree deutlich zurück zu ihren Folk-Wurzeln.
Puristischer instrumentiert, akustischer, verträumter und auch ein bisschen versponnener. Die eine oder andere Hasch-Zigarette könnte beim Entstehen dieser Platte sicher geholfen haben. Aber Obacht, All Tree ist keineswegs eine lieblich schöne hippieske Scheibe geworden. All Tree ist eher melancholisch und hier und da auch verdreht, abgedreht oder schräg, wie es viele Früh-Siebziger Psychedelic Folk Scheiben waren, seien es nun Comus oder The Incredible String Band. Aber auch an Nick Drake mag man hier in den ruhigen Momenten passagenweise denken.
Mitverantwortlich für die Rückkehr zum Folk dürfte die Rückkehr von Co-Songwriter Andrew McIvor sein, so dass HEXVESSEL nicht einfach nur zu einer folkigen Version von den Grave Pleasures geworden sind, wie man es nach dem When We Are Death Album befürchten konnte.
Durch die unaufgeregte und unaufdringliche Stimmung der Platte schälen sich Highlights und Ohrwürmer erst nach mehrmaligem Hören heraus. Ancient Astronaut oder Wilderness Spirit sind unwiderstehliche Songs mit Langzeit-Potential. Auch wenn When We Are Death keineswegs eine schwache Platte war, so kommt auf All Tree HEXVESSELs Einzigartigkeit deutlicher zum Vorschein. Hier dominieren traumhafte meist melancholische Melodien, eindrucksvoller Gesang und eine sehr relaxte Atmosphäre – etwas, dass auf dem Vorgänger schon zu sehr an die Grave Pleasures erinnerte. Habe ich in dem Zusammenhang irgendwo so etwas wie The Doors-Coverband gelesen? Was für ein Blödsinn...
All Tree ist sicherlich puristischer und weniger mystisch (occvlt?) geworden, als die Frühwerke Dawnbearer und No Hollier Temple. Aber eine Perle wie das abschließende Closing Circles hätte auch auf diesen Werken stehen können.
„Fare thee well, for we won‘t meet again“ – was für eine Textzeile um ein Album zu beschliessen. Gebt dem Album ein wenig Zeit und ihr werdet es lieben. Es ist einzigartig und einfach wunderschön!