Gute Wahl. Denn
bald füllt sich der Thronsaal mit erhabenen Klängen,
voller Inbrunst und hohem musikalischen Können vorgetragen.
Das erinnert nur marginal an aufgeregte Mittelalter-Bands,
die den Kirmesplatz ins heimische Wohnzimmer holen wollen.
Sattdessen wird die Geschichte der Königin Mab (sieh‘
und hör‘ nach bei Shakespeare, Percy Bysshe Shelley,
Hector Berlioz, J. M. Barrie, Donovan und Jim Butcher) mit
barocker Wucht und Erhabenheit vorgetragen. Harfe, Laute,
Flöten, Holzgebläse, diverses Schlagwerk, und vielerlei
Tasteninstrumente liefern das passende, nur dezent elektrische
Fundament.
Irgendwo stand
zu lesen, The Veil Of Queen Mab böte die
perfekte Musik für’s kuschelige Beisammensein.
Aber nur, wenn man die Kostüme aus dem Theaterfundus
die ganze Zeit anbehält. Vergleiche mit Dead Can Dance
sind nicht abwegig; komplett abziehen sollte man aber die
Neigung zu orientalischer Musik und kleine Rock-Eskapaden.
Die Musik von HEXPEROS ist getragen, ernsthaft, schreitet
langsam, aber stetig voran und vermeidet jede Extravaganz.
Die einzelnen Songs sind nicht gerade geprägt von mitreißender
Ausstrahlung. Zwar machen Sängerin Alessandra und ihre
Mitstreiter eine gute Figur, aber auf Dauer wirkt die angestrengte
Ernsthaftigkeit etwas ermüdend. Als Soundtrack zu einem
düsteren Mystery-History-Movie (direkt auf DVD und nicht
im Kino erschienen. Da liefert Lisa Gerrard die musikalische
Untermalung.) bestens geeignet. Ohne begleitenden Film wünscht
man sich allerdings das ein oder andere kleine fidele Schelmenstück
als auflockerndes Intermezzo.
Der König würde es danken.