Damals... damals als wir noch nach Herzenslust headbangen konnten und das Genick am nächsten Tag den Dienst nur unter heftig ziehenden Schmerzen verrichtete... nostalgisch massiere ich meine Muskeln und denke während des Hörens dieses massiven Albums an eine zünftige Live-Action…
Die heftig detonierenden Death-Metal-Salven dürften auf den Brettern, die die Welt bedeuten, richtig gut zünden. Hier auf Konserve ballern die Stücke zwar auch richtig gut los, aber etwas zu eindimensional schrauben dir die Dampframmen das Genick von den Schulten – zumindest auf den ersten Blick.
Das Sperrfeuer wird gekonnt von technischen Gitarreneinlagen oder effektiven Tempobreaks (man höre Hedonistic Perfection) unterbrochen und tödlich schleppende Grooves wie jene beim bedrohlichen Titelepos Hell On Earth fügen noch eine Prise an Abwechslung hinzu.
Die flirrenden Gitarrenläufe bei Black Rage sorgen für Verzückung, die prompt folgenden Blasts nötigen Respekt ab, ermüden aber durch ihr ständiges Vorkommen, wogegen der herausgebrüllte Refrain und die leicht dissonanten Anklänge ihre Spuren im Gedächtnis hinterlassen und Eindruck schinden. Langsam aber sicher schält sich schlussendlich die eine oder andere hängen bleibende Passage heraus und die anfangs wirre Struktur beginnt sich in effektive Bahnen zu lenken.
Großteils regiert aber heftig bolzender Stoff, der kaum Zeit für Atempausen zulässt, komplexe Frickeleien sowie Rhythmen verknoten die Gehörgänge und die Genre-typischen Growls unterlegen das sonische Massaker in passender Weise, das auf Dauer eine Spur überfordernd wirkt.
Die nostalgischen Gefühle eines Konzertes können mit diesem Album flugs weggeblasen werden, dann starten wir eben im heimischen Wohnzimmer einen Mini-Moshpit!