HELRUNAR – Frostnacht

 
Label: Lupus Lounge
Release: 24.10.2005
Von: Dajana
Punkte: 9.5/10
Time: 52:30
Stil: Black Metal
URL: Helrunar
 

Nach knapp 2 Jahren gibt es endlich den heißersehnten Nachfolger zum selbstveröffentlichten Album Grátr, dass seinerzeit enorm viele hochlobende (auch internationale) Rezensionen einfahren konnte, der Band einen Deal mit Prophecy bescherte, welche das Debüt noch einmal veröffentlichten und das Münsteraner Trio zur DER Black Metal Hoffnung in Deutschland machte. Die Meßlatte für das Zweitwerk Frostnacht liegt also recht hoch.
Aber man muss sich keineswegs Sorgen machen, Frostnacht übertrifft Grátr sogar. Das liegt hauptsächlich am Sound, der diesmal druckvoller und transparenter ist, ohne der Musik jedoch die Kälte zu nehmen.
Strukturell hat sich nicht viel geändert: Frostnacht beginnt so, wie Grátr aufgehört hat, mit eisigen Winden und einem gesprochenen Intro, welches abrupt zum Titeltrack überleitet. Das Riffing ist einmal mehr prägnant und unverkennbar und der Refrain hymnenartig zum mitsingen. Die einzelnen Tracks sind diesmal in sich abwechslungsreicher, harmonischer und ausgefeileter. Es gibt viele Tempiwechsel, Breaks und akustische Einsprengsel. Nachtfrost und Neun Nächte sind sogar rein akustisch gehalten, während man bei Der Trank des Gehängten wieder jene grandiosen Gitarrenleads und (den sehr seltenen) cleanen Gesang findet. Darüber hinaus gibt es wieder hier und da original gesungene und gesprochene Passagen aus den Skaldenversen.
Was diesmal nicht auf Frostnacht zu finden ist, sind die Chöre und instrumentale Ausnahmen wie die Maultrommeln.
Alles in allem einmal mehr ein wahres blackmetallisches Meisterwerk an Atmosphäre, musikalischer Handwerkskunst und intelligenten textlichen Inhalten. Muss man haben! Und klammheimlich haben HELRUNAR wohl den Thron der deutschen BM Szene erklommen, denn es gibt derzeit keine Band, die sich mit dem Münsteraner Trio messen könnte.