Eine Black
Metal Band aus Österreich wirft ihr erstes Eisen ins Feuer.
HELLSAW bestehen aber aus zwei guten Bekannten:
Aries und Svart, ehemals bei Sanguis aktiv. Die beiden legen
vor allem auf ein old school mäßiges Klangbild großen
Wert, die Produktion ist trotzdem recht gut ausgefallen. Die
Melodien kommen auch nicht zu kurz, sind allerdings im Hintergrund
gehalten. Auf dem Weg in die klangliche Hölle begegnen
die zwei Musiker illustren Kollegen wie Satyricon, die auch
als ungefährer Anhaltspunkt hergenommen werden können.
Immer wenn HELLSAW ein wenig langsamer zu Werke
gehen, zünden die Songs meiner Meinung nach mehr, Kontraste
in der Dynamik lassen die verschiedenartigen Teile doch besser
wirken. Diese Balance pendelt sich bei Endless gut
ein; dadurch wird die Melange auch um einiges nachvollziehbarer.
Die schleppenden Teile passen auch sehr gut ins Gesamtbild,
doch mir ist die Sache ein wenig zu eindimensional, Überraschungen
sind Mangelware, Abwechslung zu oft Fehlanzeige. Natürlich
scheinen haufenweise Breaks oder technische Nuancen nicht das
Ziel der beiden Musiker zu sein, doch so hat es das Album schwer,
sich bleibend im Kleinhirn festzusetzen. Ein weiteres Problem,
das allerdings geschickt umgangen wurde: die Spielzeit von Spiritual
Twilight wäre nicht gerade üppig ausgefallen
und so sind hier auch noch die Songs des Sins Of
Might Demos vertreten, die allerdings soundmäßig
gut mithalten können. Auf dem zweiten Teil der CD sind
auch meine Favoriten enthalten, nämlich das schön
walzend rollende A Hungry Mortal Soul mit schönen
Melodien und griffigen Strukturen oder das epische Dreams
mit klassischen, monoton stoischen Riffs– mehr davon!
Die enthaltene Musik ist schnell, roh und von einer kalten Atmosphäre
getragen – und darauf zielt Spiritual Twilight
auch ab: den alten Helden zu huldigen und durch Stimmungen zu
fesseln. Noch ist es der Höllensaat nicht gelungen, dies
begeisternd umzusetzen, doch mit etwas mehr Abwechslung, und
darauf hoffe ich in Zukunft, wird mehr drin sein als eine Wertung
knapp über dem Durchschnitt.