Ich
habe es ja fast befürchtet, aber nun ist es bittere Realität
geworden: auch HELHEIM sind ihren Wurzeln vollkommen
entwichen und deutlich softer, ruhiger und leider langweiliger
geworden. War Blod & Ild schon
um einiges melodischer als die Anfänge der Band, so ist
Yersinia Pestis die logische Weiterentwicklung
– nicht nur durch den Einsatz eines Keyboards erinnert
die Scheibe an diverse melodischen „Black“ Metal
Bands, auch die Gitarren und die restliche Atmosphäre wirken
irgendwie viel zu ruhig, geradezu brav.
Warum der Stil der Norweger in der Presseinfo
(noch immer) als Viking Metal bezeichnet wird kann ich auch
nicht ganz nachvollziehen, da ich hier nichts erkennen kann,
was an Bands wie Bathory, Mithotyn oder Einherjer erinnert,
die meiner Meinung nach diesen Begriff prägen. So ist
hier – wie bereits erwähnt – das Keyboard
stets präsent und wir einerseits als Hintergrundinstrument
verwendet, während es an anderen Stellen dominiert. Gefallen
finden kann ich allerdings nicht so wirklich an der Scheibe,
wirklich positiv herausheben kann ich nur die teilweise recht
abgedrehten, ausgefallenen Songstrukturen, die einen gewissen
Mut beweisen, allerdings wirkt die Sache noch zu unausgegoren
um als wirklich gut bewertet werden zu können. Und dann
drängen sich mir eben desöfteren die Keyboards zu
sehr auf, die dem Ganzen eine kitschige Atmosphäre verleihen,
was zu einer Band wie HELHEIM einfach nicht
passen will. Mag sein, dass ich die Sache so verbissen sehe,
weil ich mir eben etwas anderes erwartet hätte, aber
es ist meiner Meinung nach immer eine traurige Sache, wenn
Bands sich verändern anstatt weiterzuentwickeln um Musik
zu machen, die in der Art schon unzählige andere fabrizieren.
Achja,
witziges Detail am Rande: Während des Songs Sinners
Wake ertönt einmal ein Signal, dass mich an den
„Du hast Mails“-Alert meines Mailprogramms erinnert
und mich schon mehr als einmal zum Computer springen hat lassen…
eine Verschwörung mit Microsoft wage ich jedoch auszuschließen.
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