Nach den zwischenzeitlichen
Lebenszeichen in Form einer mit einigen Cover-Songs angereicherten
Best Of (2004) sowie einer Demo-CD im Jahre 2005 erscheint
in diesem Jahr nun endlich der schon lange fertig gestellte
dritte Longplayer. Obwohl schon für letzten Sommer angekündigt,
kam die neue Overkill doch beinahe noch eher raus, und die
hat die Messlatte ganz schön hoch gelegt. Um es vorweg
zu nehmen: dieses Niveau erreichen HEATHEN leider nicht
ganz. Natürlich gibt es auf The Evolution Of Chaos
wieder die typischen überlangen Speed/Thrash-Perlen,
die mit ihren treibenden und dabei doch hochmelodischen Riffs
und dem guten Gesang immer wieder Akzente setzen. Beispiele
hierfür wären etwa Control By Chaos oder
Undone. Ungewöhnlich auch das epische, über
11 Minuten lange Beinahe-Instrumental No Stone Unturned,
welches noch mal das gute Händchen der Band für
superbe Melodien eindrucksvoll demonstriert.
Leider gibt es
aber auch einige Sachen, die mir nicht so gut gefallen. Da
wäre z.B. A Hero's Welcome zu nennen, eine Art
Halbballade, die für meine Ohren einfach viel zu pathetisch
und letztendlich auch schmalzig klingt. Ebenfalls auf der
Negativseite wäre zu vermerken, dass man bei einigen
Stücken manchmal denkt, man lausche gerade Exhibition
B (dem auch noch dieses Jahr erscheinenden neuen Exodus-Album).
Besonders krass fällt dies bei Fade Away auf,
Riffing und Songstruktur sind hier wirklich 1:1 adaptiert.
Ob dies nun Zufall ist oder dem Umstand geschuldet ist, dass
Lee Altus ja auch bei Exodus Gitarre spielt lasse ich einfach
mal dahingestellt...
Ansonsten bekommt
man aber durchweg hochklassiges Material geboten, bei dem
kein Nackenwirbel unbewegt bleibt, und welches immer noch
locker 8,5 Punkte rechtfertigt. Stilistisch hat sich seit
den 90ern praktisch überhaupt nichts verändert,
wer's also damals schon geil fand, kann auch jetzt bedenkenlos
zugreifen. Wer Thrash (oder von mir aus auch Speed) Metal
erst in den letzten Jahren (neu) für sich entdeckt hat,
sollte hingegen unbedingt mal reinhören.