Leider haben HATRED
DIVINE meiner Meinung nach den Fehler begangen, zu sehr
auf Masse zu setzen und zum anderen das "Talent" bewiesen,
die nicht so gelungenen Stücke an den Anfang zu setzen. So
stolpert man bereits im Prolog Once Upon A Time... auf
einige Lautstärkeschwankungen und Spielfehler, die zunächst
einen unprofessionellen Eindruck vermitteln. Der nächste
Song Thy Will Be Done ist ebenfalls sehr unglücklich
gemischt und verbreitet folglich mehr Matsch als Sound. Die Gitarren
sind teilweise extrem im Hintergrund, alles klingt irgendwie unrund
und holprig. Was sicherlich auch daran liegt, dass es sich um
eine der komplexeren Nummern handelt, die aber unter den genannten
Bedingungen dem unvoreingenommenen Hörer einfach keinen Einstieg
in das Album gestattet. Allerdings ist der Sound auch insgesamt
betrachtet nicht das Gelbe von Ei, und viele an sich sehr gute
Ideen gehen teilweise wirklich gnadenlos im Klangbrei unter, sobald
es musikalisch etwas "wilder" wird. Auch hat man häufig
das Gefühl, als würden Keyboards und Gitarren gegeneinander
arbeiten und nicht zusammen einen Song bilden.
Erst mit dem vierten Stück Ecclesiastical Refuge
gewinnt die ganze Chose etwas an Struktur und wirkt nicht mehr
ganz so durcheinander. Was nicht bedeutet, dass nun auf einmal
der straighte Holzhammer regiert, sondern die verschiedenen Passagen
und Riffs sind hier einfach gekonnter miteinander kombiniert worden.
Das nachfolgende Turning Lead Into Gold und der Titeltrack
zeigen dann auch, dass HATRED DIVINE durchaus
einige Stärken zu präsentieren haben: variables Riffing,
gekonnter Keyboard-Einsatz mit klassisch-barocken Melodiefolgen
und sogar einige Akustikgitarren. Damit gelingt es dann auch,
eine insgesamt mystisch-morbide Atmosphäre zu erzeugen.
Die restlichen Stücke
bewegen sich ebenfalls allesamt im Spannungsfeld des zuvor Genannten.
Der Gesang ist zumeist recht heftig gekreischt und wird zudem
noch elektronisch verzerrt; da er meist sehr weit nach hinten
gemischt wurde ist es nahezu unmöglich, auch nur ein Wort
von den Texten zu verstehen. Hier und da finden sich auch gesprochene
oder geflüsterte Passagen, die aber ebenfalls unverständlich
bleiben.
Mein Tipp wäre
folglich, die erkannten Stärken auf dem nächsten Demo
zu bündeln und vielleicht nur vier Stücke aufzunehmen,
dieses aber bei der Produktion deutlich mehr Aufmerksamkeit zu
widmen. Denn ich denke, dass dadurch der beabsichtigte Ansatz
deutlich besser rüberkommen würde, als es mit der jetzigen
Veröffentlichung gelungen ist. Ein Problem könnte allerdings
in absehbarer Zeit u.U. der Bandname werden, da es eine Thrash-Band
mit gleichem Namen in den USA (Michigan) gibt.
Ein Sonderlob möchte
ich aber zum Schluss noch für die wirklich hervorragende
Homepage der deutschen HATRED DIVINE loswerden;
die sieht nämlich absolut klasse aus. Sollte man mal gesehen
haben! Bei Interesse kann man dort auch das aktuelle Demo für
9 Euro sowie seinen Vorgänger The Mirror Which Flatters Not
für 5 Euro bestellen. Oder wendet euch an seth@hatreddivine.de
Hatred
Divine