HATRED DIVINE - Of Light And The Absence Of Light
Demo CD
Release: Januar 2003
Von: Psycho
 
Ihr mittlerweile drittes Demo haben die Jungs aus Bad Aibling mit Of Light And The Absence Of Light hier vorgelegt. Dabei handelt es sich quasi um einen kompletten Longplayer, denn mit über 47 Minuten und 12 Stücken wird der normale Demo-Rahmen doch deutlich gesprengt. Stilistisch fühlt man sich sofort an Limbonic Art erinnert: schneller, teilweise sehr komplexer Black Metal mit vielen Keyboards und unter Nutzung eines Drumcomputers, sowie wütendem, infernalischem Gesang.

Leider haben HATRED DIVINE meiner Meinung nach den Fehler begangen, zu sehr auf Masse zu setzen und zum anderen das "Talent" bewiesen, die nicht so gelungenen Stücke an den Anfang zu setzen. So stolpert man bereits im Prolog Once Upon A Time... auf einige Lautstärkeschwankungen und Spielfehler, die zunächst einen unprofessionellen Eindruck vermitteln. Der nächste Song Thy Will Be Done ist ebenfalls sehr unglücklich gemischt und verbreitet folglich mehr Matsch als Sound. Die Gitarren sind teilweise extrem im Hintergrund, alles klingt irgendwie unrund und holprig. Was sicherlich auch daran liegt, dass es sich um eine der komplexeren Nummern handelt, die aber unter den genannten Bedingungen dem unvoreingenommenen Hörer einfach keinen Einstieg in das Album gestattet. Allerdings ist der Sound auch insgesamt betrachtet nicht das Gelbe von Ei, und viele an sich sehr gute Ideen gehen teilweise wirklich gnadenlos im Klangbrei unter, sobald es musikalisch etwas "wilder" wird. Auch hat man häufig das Gefühl, als würden Keyboards und Gitarren gegeneinander arbeiten und nicht zusammen einen Song bilden.
Erst mit dem vierten Stück Ecclesiastical Refuge gewinnt die ganze Chose etwas an Struktur und wirkt nicht mehr ganz so durcheinander. Was nicht bedeutet, dass nun auf einmal der straighte Holzhammer regiert, sondern die verschiedenen Passagen und Riffs sind hier einfach gekonnter miteinander kombiniert worden. Das nachfolgende Turning Lead Into Gold und der Titeltrack zeigen dann auch, dass HATRED DIVINE durchaus einige Stärken zu präsentieren haben: variables Riffing, gekonnter Keyboard-Einsatz mit klassisch-barocken Melodiefolgen und sogar einige Akustikgitarren. Damit gelingt es dann auch, eine insgesamt mystisch-morbide Atmosphäre zu erzeugen.

Die restlichen Stücke bewegen sich ebenfalls allesamt im Spannungsfeld des zuvor Genannten. Der Gesang ist zumeist recht heftig gekreischt und wird zudem noch elektronisch verzerrt; da er meist sehr weit nach hinten gemischt wurde ist es nahezu unmöglich, auch nur ein Wort von den Texten zu verstehen. Hier und da finden sich auch gesprochene oder geflüsterte Passagen, die aber ebenfalls unverständlich bleiben.

Mein Tipp wäre folglich, die erkannten Stärken auf dem nächsten Demo zu bündeln und vielleicht nur vier Stücke aufzunehmen, dieses aber bei der Produktion deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Denn ich denke, dass dadurch der beabsichtigte Ansatz deutlich besser rüberkommen würde, als es mit der jetzigen Veröffentlichung gelungen ist. Ein Problem könnte allerdings in absehbarer Zeit u.U. der Bandname werden, da es eine Thrash-Band mit gleichem Namen in den USA (Michigan) gibt.

Ein Sonderlob möchte ich aber zum Schluss noch für die wirklich hervorragende Homepage der deutschen HATRED DIVINE loswerden; die sieht nämlich absolut klasse aus. Sollte man mal gesehen haben! Bei Interesse kann man dort auch das aktuelle Demo für 9 Euro sowie seinen Vorgänger The Mirror Which Flatters Not für 5 Euro bestellen. Oder wendet euch an seth@hatreddivine.de

Hatred Divine