Nach
15 erfolgreichen Jahren HATEBREED darf man sich auch
mal durchaus selber auf die Schulter klopfen! Und mit stolz
geschwellter Brust polarisiert das self-titled 5. Studioalbum
als absoluter Pflichtkauf schon beinahe penetrant das Blickfeld
eines jeden Kaufwilligen! Einmal HATEBREED immer HATEBREED.
Das gilt nicht nur für die über Jahre hinweg gewachsene
Anhängerschaft, nein, natürlich auch für den
immer noch immensen Wutklumpen im Bauch der Jungs aus Connecticut.
Man könnte dem Irrglauben frönen und in den Tonnen
von runtergeprügelten Shows ausreichend Frustabbau für
den Verfall in eine gewisse Eindimensionalität und „Verharmlosung“
vermuten. Jaja, könnte man… Stattdessen beackern
Jasta und Co. andere Spielwiesen und ver“hatebreed“en
Genreklassiker von Misfits, Agnostic Front, Slayer und anderen
Szenerecken auf dem erst kürzlich erschienenen For
The Lions. Man könnte meinen, dass dieser Ausflug
den Anstoß gegeben hat, um einen Wimperschlag später
mit Hatebreed die Brutalitäts- und Identitätsskala
noch weiter auszuloten zu können. Fette Mosh- und Knochenbrechertracks
wie Become The Fuse oder Everyone Bleeds Now gibt’s
genauso auf die Nuss wie die typisch planierenden HATEBREED
Pit-Hymnen oder wütende Metal-Attacken (Between Hell
And Heartbeat, Hands Of A Dying Man). Aber es hat sich auch
etwas geändert! Was die Spatzen schon von den Dächern
geträllert haben, setzt Jasta um: Er entdeckt sein mächtiges
Organ für HATEBREED neu und fügt ab und an
Gesangslinien ein. Der Übersong In Ashes They Shall
Reap wird vielleicht auch genau deswegen zum Übersong,
Every Lasting Scar deswegen zum absoluten Gassenhauer
in Ryker’s oder Sick Of It All Manier. Völlig ohne
Vocals überzeugt Undiminished wiederum als düstere
instrumentale Talfahrt, No Halos For The Heartless pflügt
in die komplett entgegengesetzte Richtung und setzt auf eine
einfräsende Hookline mit dem gewissen Feuerzeug-Effekt
für Gigs. Aber keine Angst: die ungewohnten Elemente ergänzen
den Sound bestens und sollten spannungsgeladene Vorfreude und
Interesse in jedem Fan entfachen! Und wie ich schon sagte: Einmal
HATEBREED, immer HATEBREED!