HATE – Crvsade:Zero

 
Label: Napalm Records
Release: 30.01.2015
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 50:45
Stil: Death/Black Metal
URL: Hate
 

Pompös und orchestral starten HATE ihr(en) Crvsade:Zero, wobei zwei Einleitungsstücke ziemlich ungewöhnlich und wohl zu viel des Guten sind, aber so sitzt man wenigstens wie auf Nadeln, bis es endlich richtig losgeht.

Monströse Rhythmen, feine Gitarrenlinien sowie schnelle Einschübe stehen bedächtigeren Passagen und einer komplexen Herangehensweise gegenüber und sorgen während Death Liberator für ein mächtiges Klangerlebnis, aber der Widerhaken schlägt sich mangels eines herausstechenden Refrains nicht sehr tief ins Fleisch. Bei Leviathan wählen die Musiker einen ganz anderen Ansatz und übertreiben es mit den Wiederholungen ein wenig – eine sich einschleifende aber auch monotone Wirkung lässt mich mit einem zwiespältigen Eindruck zurück. Doomsday Celebrities deutet dann erstmals die wirklich großen Möglichkeiten an, wenn fernöstlich klingende Leads auf eine unwiderstehlich pumpende Rhythmussektion treffen, aber wiederum bleibt ein krönender Chorus außen vor.
Erst Hate Is The Law trifft mitten ins schwarze Herz: das Tempo variiert hervorragend und dann schlägt der Groove unbarmherzig zu - genau dieser Takt, bei dem man sich live reihenweise die Nackenwirbel ausrenken muss, kommt zum Einsatz. HATE laufen nun zur Hochform auf, rollen bedrohliche, atmosphärisch dichte Klangteppiche aus und entführen in beklemmender Weise ins Valley Of Darkness. Sphärische Gitarrentöne setzen einen interessanten Kontrapunkt und der furiose Schlusspart schreit förmlich nach gereckten Fäusten - jawohl verdammt, so geht‘s!
Unheimlich kriechende, leicht dissonante Sounds strecken während des Titelstücks die modrigen Hände nach der dunklen Seele des Hörers aus, bevor die Klangcollage The Omnipresence Zeit zum Durchatmen bietet. In hohem Tempo wird Rise Omega The Consequence! quasi durchgeprügelt, bis eine filigrane Akustikgitarre überraschend finalisiert. Ein längerer Instrumentalteil eröffnet das von Blasts und Doublebass dominierte Dawn Of War, das in weiterer Folge in nahezu manische Raserei ausartet, im Hintergrund spielt sich gitarrentechnisch vor allem gegen Ende hin einiges ab. Das apokalyptisch wabernde Black Aura Debris hätten sich die Herren getrost schenken können, ein würdiger Schlusspunkt sieht anders aus.

Tja, nach Anfangsschwierigkeiten zieht ein starker Mittelteil die Stimmungskurve deutlich nach oben, doch so richtig fesselnd klingen HATE diesmal nicht durchgehend; ein bisschen mehr Mut zum Risiko könnte nicht schaden, um die Ausfahrt vor der nahenden kreativen Sackgasse zu erwischen…