HARDINGROCK – Grimen

 
Label: Candlelight Records
Release: 09.11.2007
Von: Haris
Punkte: 7/10
Time: 40:06
Stil: Metal/Folk/World
URL: Hardingrock
 
Schlecht ist das nicht, was uns Emperor Mastermind Ihsahn hier vorsetzt. Viel mehr aber auch nicht. Trotz anfänglicher Euphorie fällt nach mehrmaligem Durchhörens über Stereoanlage und über Kopfhörer die Seichtheit dieser auf den ersten Blick vielversprechenden Kooperation auf.
Die Idee nämlich, Texte, Elemente und Themen aus der norwegischen Volksmusik und Sagenwelt in einem zeitgemäßen Rock- und Electronicagewand zu präsentieren, lässt an sich hohe Erwartungen aufkommen. So neu ist dieser Crossover jedoch auch nicht, denn bereits die Trondheimer Folkrocker Gåte (Gott habe sie selig) haben dieses Konzept in beeindruckender und einzigartiger Weise ausgereizt und die Meßlatte für HARDINGROCK somit noch angesetzt.
Die besten Momente auf Grimen sind die, in denen groovend geradeaus nach vorne gerockt wird und Ihsahn mit seiner klaren und angenehm angerauten Stimme singt (wie beispielsweise in Fanitullen zu hören). Nervig wird es jedoch, wenn Black Metal typisch gekreischt wird (Faens marsj), denn das passt zum Folkrock der Norweger mal überhaupt gar nicht. Zudem erweckt die Erzählstimme, die in einigen Stücken einsetzt, beim Hörer den Eindruck, einem Hörspiel zu lauschen, was Grimen ganz klar die Dynamik raubt, die einen sonst durchaus mitreißen könnte. Die Beats in Faren på bordstabelen sind sehr seicht, wenig originell und eher überflüssig.
Die Hardingfiedel, um die herum das ganze Album arrangiert wurde, weiß jedoch zu überzeugen. Der dafür zuständige Knut Buen interpretiert die traditionellen Vorlagen virtuos und sehr engagiert. Ihsahns Arbeit an der Gitarre ist erwartungsgemäß auch sehr stark ausgefallen. Technisch also alles im grünen Bereich. Genauso die Produktion. Alles ist schön sauber gemischt, wenn auch die nötige Durchschlagskraft fehlt, um dem Wort „Metal“ in der laut Promo-Info erwähnten Stilbeschreibung gerecht zu werden.
Wenn HARDINGROCK künftig den Ballast über Bord werfen und sich auf das wesentliche beschränken, kann man von ihnen durchaus einen Knaller erwarten.