HAND OF DOOM - Dreams Of Resurrection
Label: Gemini
Release: 2001
Von: Lorb Byron
Punkte: 3

Da legt man als ahnungsloser Rezensent die CD ein und was passiert? Man wird erschlagen mit progressiven Riffs und einer Stimme in der krummsten aller Tonlagen. 7 Songs lang - plus Outro, geht es über 60 Minuten in die Vollen, das so mancher Nachwuchsmusiker feuchte Augen bekommen wird. Technisch sind die Herren Musiker sicherlich auf allerhöchstem Niveau. Das dieses Faktum nicht unbedingt bedeutet, das die Musik gut ist, sollte auch bekannt sein. Die Band definiert ihren Stil zwar als progressiven Death Metal, was ja auch teilweise stimmen mag, aber der Großteil der Songs pendelt eher zwischen Heavy und tatsächlich grausam progressiven Death Metal. Der Heavy Anteil der Musik ist sicherlich den recht eigenwilligen Vocals von Rob Z. zuzuschreiben, der meist clean singt. Glücklicherweise auch eher leise abgemischt, werden auch nur selten die Death Metal typischen Growls auspackt. Zwischendurch wird mal ein Part nur gefaucht, was ein wenig Abwechslung ins Spiel bringt. Abwechslung ist auch gleich das Stichwort für die Musik. Der Songaufbau ist zwar meist einem typischen Heavy Song ähnlich, doch die Riffs an sich sind teilweise einfach nur mehr abgedreht und wirr. Das Ganze scheint mir mehr gedacht als Musik für Musiker, denn so richtig genießen lässt sich HAND OF DOOM nicht. Die sehr seltenen Momente, wo man das Haupthaar schütteln könnte, währen meist nur kurz und werden sogleich mit einem gefrickelten Solo oder einem einfachen Riff und/oder einem "Untakt" am Schlagzeug unterbrochen. Die Jungs wagen sich auch teilweise an Takte und Riffs heran, die auch Meshuggah auf ihren Alben hätten verwenden können. Das Können kann ihnen sicherlich niemand absprechen, aber leider ufert es immer aus, was das Anhören sehr erschwert. Die Musik ist alles andere als eingängig und definitiv kein "easy listening". Das unterstreicht auch die Tatsache, mindestens 2 Solos pro Song einzubauen, wo die Gitarristen ihr Können zeigen dürfen, was sie auch schamlos ausnutzen. Dieses Gefrickel und die seltsamen Rhythmen sind es auch, die mir den Spaß an dieser CD verderben, ist doch die Musik einfach zu sperrig und verwirrend. Die Produktion ist, im Gegensatz zum Layout der CD, ganz gut und lässt wenigstens hier Positives vermerken. Der Hohn erwartet einen aber am Schluss der CD, wo man nach einer knappen Stunde progressivstem Stoff noch ein Violinen Outro hören kann. Und nicht mal hier konnten sich die Musiker zurückhalten und die Violine allein eine traurige Melodie spielen lassen, nein, es muss natürlich eine akustische Gitarre im Hintergrund sein, die wie schon vorher üblich, irgendwelche verfrickelten Töne spielt die zwar dazu passen aber den letzten Rest von Atmosphäre zerstören.

Fazit: Eher was für Musiker, die noch was lernen wollen oder für völlig "Meschuggene". Achtung, Leghasteniker, das war ein Wortwitz... ;)

Hand Of Doom