HÄIVE – Saimaata Ei Sanoilla Selitä EP

 
Label: Northern Silence Productions
Release: 26.02.2010
Von: Bulletrider
Punkte: 8.5/10
Time: 21:06
Stil: Folk Metal/Rock
URL: Häive
 
Mit Saimaata Ei Sanoilla Selitä ist HÄIVE für meinen Geschmack eine wirklich äußerst schöne dreiteilige Ode an die Natur Finnlands, genauer an die Seenlandschaft, gelungen. Mischten sich auf der Full Length Mieli Maasa aus dem Jahr 2007, sowie auf der Split mit Wyrd & Kehrä, noch hauptsächlich durch die angeschwärzten Vocals Pagan Black und einige knüppelige Elemente in den deutlich eigenständigen Folk Metal Sound, so fehlen diese härteren Einschübe auf Saimaata Ei Sanoilla Selitä nahezu völlig. Stattdessen vermischt Varjosielu, alleiniges Mitglied und Multiinstrumentalist von HÄIVE, in den von einer großen Anzahl an traditionellen Instrumenten, wie der Kantele, Flöten, Harmonium etc. verfeinerten Sound nun auf den ersten Blick so unterschiedliche Stile wie traditionellen Metal mit ausschweifenden Melodien mit Folk Rock (und es rockt teilweise wirklich schneidig auf Saimaata Ei Sanoilla Selitä), vereinzelten, wenigen Doom Versatzstücken mit schwerem Riffing und sanften traditionell anmutenden Klängen.
Die dabei entstehende Musik pendelt dann ebenso auch zwischen verschiedenen Stimmungen und vereint erhabene, schwelgerische Passagen mit wirklich fröhlichen, rockigen Momenten, die besonders gut rüberkommen, wenn diese Folk Rock Parts durch feinste Double Bass Drums unterstützt werden. Im ersten Moment klingt dieses etwas befremdlich, offenbart sich aber schon sehr bald als perfekte Mischung, welche die Songs angenehm fern von Kitsch oder gar albernem Folkgedudel hält.
Durch die Abkehr vom vormals leicht düster angehauchten Sound, zaubern HÄIVE mit Saimaata Ei Sanoilla Selitä eine fast schon als Frühlingslandschaft anmutende Szenerie hervor und vertonen wirklich im Gegensatz zu ihren Genrekollegen nicht die finsteren, sondern die malerischen und schönen Seiten der Natur.
Fand ich das Fehlen - es handelt sich bei Saimaata Ei Sanoilla Selitä um ein reines Instrumentalalbum - der von Mieli Maasa bekannten Kombination aus krächzenden und erhabenen cleanen Vocals beim ersten Durchlauf noch als negativ, muss ich sagen, dass sich dies mit jedem weiteren Durchlauf als völlig richtig erweist. Erst so entfalten sich die vielen Melodien zur Genüge und kreieren wunderschöne Bilder vor des Hörers geistigem Auge. Wirklich eine wunderbare und leider viel zu kurze EP, die auf ein baldiges weiteres Full Length von HÄIVE hoffen lässt!