GROTESKH – Unconsciousness

 
Label: Noisehead Records
Release: 27.04.2013
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 40:02
Stil: Black Metal
URL: Groteskh
 
Gerade mal gemütlich zurückgelehnt, dauert es nur 9 Sekunden und das erste Riff ertönt – das nenne ich einen direkten Einstieg… nach dem spannenden Intro Bloodline, scheint die Marschrichtung klar: schnell, komplex angehaucht und teils dissonant bricht sich …At Death seine Bahn. GROTESKH fügen aber noch eine bereichernde Black’n’Roll-Schlagseite hinzu, schöne Melodien oder ein eingängiger Refrain tauchen jedoch nicht auf. So macht sich eine unheilvolle und unbequeme Stimmung breit, fast unbemerkt biegen immer wieder Taktwechsel um die Ecke und drücken Realms Of Sorrow den Stempel der Verspieltheit auf. Der verzweifelte Gesang geht unter die Haut, doch insgesamt bleibt es zwiespältig.
Das epische Reek Of Betrayal entpuppt sich jedoch als richtiger Volltreffer: rhythmisch akzentuierte, verschleppte Takte und Highspeed wechseln sich gekonnt ab, zudem darf eine hymnische Leadgitarrenmelodie mitmischen. Der ruhige Mittelteil, getragen von zurückhaltenden Drums und einer verträumten Akustikgitarre, baut Spannung auf, welche sich in einer Tempoattacke entlädt. Gedrosselte Parts lockern danach das zum Mitnicken animierende Mercy Is Torn auf, das überdies von wirren Gitarrenspielchen lebt. Die Atmosphäre des folgenden Stücks Pride erinnert mich anfangs an Satyricons Mother North, im weiteren Verlauf pendeln GROTESKH zwischen leichter Komplexität und treibenden Passagen. Den Schlußpart übernimmt dann das Schlagzeug mit einer coolen Soloeinlage – mein Daumen für diesen Einfallsreichtum während des Songs geht eindeutig nach oben! Das folgende Meaningless rückt wieder durchwegs sperriges Liedgut in den Mittelpunkt und berührt mich leider nur oberflächlich, wogegen das abschließende Ghosts mit sich steigerndem Aufbau wieder leichter zugänglich gestaltet wurde. Melancholische, überaus harmonische Melodien umschmeicheln in diesem Fall die Gehörgänge.
GROTESKH machen es dem Hörer nicht leicht, denn neben schön fließenden Melodien und gedämpften Atempausen verbauen verquere Gitarrenläufe sowie überaus sperrige Passagen wie ein schwer überwindbares Hindernis den Weg zum durchgehenden Hörgenuß – doch diese Kontrastwirkung hat durchaus ihren Reiz.