Nun legen
endlich die Grobmotoriker aus Rosenheim nach vierjähriger
Bandgeschichte, die durch zahlreiche Besetzungswechsel, aber
auch durch Sammeln an bedeutender Bühnenerfahrung gezeichnet
ist, ihre erste offizielle Scheibe vor.
Der Sound ist für Nicht-Studio-Verhältnisse extrem
gut und betont den musikalischen Stil der fünfköpfigen
Band so am besten: alles ist schön trocken, jedoch ohne
Druckverlust – man kann jedes Detail raushören.
Zwar sind die Arrangements zu „harmlos“, um von
progressiver Musik zu reden, aber die Groms (der Bandname entstand
aus Grobmotorik und einem Monitor, der nur Mono läuft),
kreieren hier wirklich einen eigenen Stil, der für (fast
jeden) Fan etwas bereithält: die Vocals kommen zwar aus
einer nur 20jährigen Kehle, erinnern aber daran wie Lemmy
in diesem Alter gesungen haben könnte. Solos a lá
Metallica (Kompliment an die beiden Gitarristen Steve und Peter),
thrashige und zugleich rockige Riffs, die im Mid-Tempo angesiedelt
und mit vielen langsamen und sehr harmonischen Melodien bestückt
sind.
Der Bass hält sich zurück und überrascht zwischendurch
mal mit Virtuosität. Meiner Meinung nach könnte der
Drummer mehr leisten als nur das monotone Spiel auf dieser Scheibe,
aber das ist noch kein Minuspunkt. Die Lyrics dagegen schon,
da die Band ja eindeutig antiamerikanisch eingestellt ist (was
ja nicht schlecht ist), dies jedoch zu plakativ und publizistisch
(ja fast plump) raushängen lässt. Fazit: Bildet Euch
eine eigene Meinung, da wie gesagt für Thrash zu melodisch,
für Rock zu viel Gegröhle und für Progressive
zu geradlinig.
Letztendlich eine CD, die durchaus zu gefallen weiß und
zudem schön aufgemacht ist (weißes Booklet mit Blutspritzern,
manifactured CDRs(!)) und sicherlich neben dem Metalpublikum
(außer vielleicht Die-Hard-BM/DM-Fans) auch andere Fans
ansprechen kann. Die Platte gibt’s für 8 Euro, inkl.
Versand, bei GROM' OTORIC, Severinstr. 1a,
D-83026 Rosenheim)