Yggdrasil
ist das zweite Werk des dänischen Ein-Mann-Projektes GRIVF.
Unterstützung fand Isar durch Herrn Brandt, der die cleanen
Vocals beisteuerte und E. Sol Brahe, gelegentlich an den Toms.
Und was für eins. Die Mitternachtssonne ist abgestürzt
und irgendwo von ganz tief unten dringen kalte, karge Töne
hervor. Manchmal sind es nur schlichte, ruppige Akkorde auf
der akustischen Gitarre, manchmal drängt es metallisch
nach vorne, aber immer in Slow Motion, einer Langsamkeit, die
dem Erstarren vor Entsetzen entsprungen zu sein scheint. Gastmusiker
E. Sol Brahes Trommelschläge erklingen selten, meist akzentuieren
sie das musikalische Geschehen lediglich, anstatt ihm einen
rhythmischen Unterbau zu geben. Der Gesang bewegt sich zwischen
klaren, langsamen Sätzen, beigesteuert durch den zweiten
Gast, Herrn Brandt, und Isars heiserem Donnergrollen, das den
Leidensdruck noch einmal multipliziert. Isars Lyrics bewegen
sich im Bereich des Pagan-Metals, zitieren die Edda und beschwören
klagend die alten Götter. Die Texte sind sowohl in Runen-
als auch normal lesbarer Schrift im Booklet abgedruckt.
Yggdrasil ist alles andere als ein eingängiges
Album, die fünf Stücke schleichen sich wie urzeitliche
Monster durch die Gehörgänge, und je öfter man
dem Album lauscht, umso mehr setzen sie sich fest. Dass die
Musik nie explodiert, mit wenig Veränderungen im Gefüge
auskommt, könnte man negativ auslegen, doch die stimmungsvolle
Konsequenz, die die Grundlage für das Erzeugen eines dunklen
Malstroms bildet, macht letztlich die Faszination dieses nachtschattigen
Monstrums aus.