GRIVF – Yggdrasil

 
Label: Det Germanske Folket
Release: 01.02.2008
Von: Joking
Punkte: 7.5/10
Time: 55:13
Stil: Slow Funeral Doom Metal
URL: Grivf
 
Yggdrasil ist das zweite Werk des dänischen Ein-Mann-Projektes GRIVF. Unterstützung fand Isar durch Herrn Brandt, der die cleanen Vocals beisteuerte und E. Sol Brahe, gelegentlich an den Toms. Und was für eins. Die Mitternachtssonne ist abgestürzt und irgendwo von ganz tief unten dringen kalte, karge Töne hervor. Manchmal sind es nur schlichte, ruppige Akkorde auf der akustischen Gitarre, manchmal drängt es metallisch nach vorne, aber immer in Slow Motion, einer Langsamkeit, die dem Erstarren vor Entsetzen entsprungen zu sein scheint. Gastmusiker E. Sol Brahes Trommelschläge erklingen selten, meist akzentuieren sie das musikalische Geschehen lediglich, anstatt ihm einen rhythmischen Unterbau zu geben. Der Gesang bewegt sich zwischen klaren, langsamen Sätzen, beigesteuert durch den zweiten Gast, Herrn Brandt, und Isars heiserem Donnergrollen, das den Leidensdruck noch einmal multipliziert. Isars Lyrics bewegen sich im Bereich des Pagan-Metals, zitieren die Edda und beschwören klagend die alten Götter. Die Texte sind sowohl in Runen- als auch normal lesbarer Schrift im Booklet abgedruckt.
Yggdrasil ist alles andere als ein eingängiges Album, die fünf Stücke schleichen sich wie urzeitliche Monster durch die Gehörgänge, und je öfter man dem Album lauscht, umso mehr setzen sie sich fest. Dass die Musik nie explodiert, mit wenig Veränderungen im Gefüge auskommt, könnte man negativ auslegen, doch die stimmungsvolle Konsequenz, die die Grundlage für das Erzeugen eines dunklen Malstroms bildet, macht letztlich die Faszination dieses nachtschattigen Monstrums aus.