GREYSWAN – Thought-Tormented Minds
Label: Ebony Tears
Release: 20.09.2003
Von: Calani
Punkte: 7,5
 

Endlich haben es GREYSWAN geschafft! Die 1998 gegründete italienische Band um Gianluca Bada hat nach viel Arbeit und zwei hervorragenden Demos den Sprung auf ein Label geschafft (Coldblood Industries brandneues Sublabel Ebony Tears, für die dunkle und gotische Seite) und können nun mit Thought-Tormented Minds ihr Labeldebüt präsentieren.
Das entpuppt sich als ungemein vielschichtig und bedarf mehrerer Durchläufe, um die gesamte Tiefe des Albums auszuloten ... jedenfalls, wenn man die vorhergehenden Demos kennt. Zunächst scheint sich nicht sehr viel geändert zu haben: GREYSWAN haben eine eigene Nische im Gothic/ Metal Sektor gefunden. Thought-Tormented Minds tendiert nun aber mehr in die Rock, denn in die Metal Richtung. Wieder sehr gut durchdacht und ausgefeilt. Aber so nach und nach entdeckt man dann doch tiefergreifende Änderungen, die sich eher subtil von hinten ins Gehör schleichen. Der Einsatz symphonischer Streichersamples ist enorm zurückgegangen und beschränkt sich nur noch auf ein hintergründiges Minimum bei Sleepless Night (einem Track vom Demo 2001) und ein paar Effekten. Darüber hinaus hat man sich von der direkten Nähe zu alten Anathema gelöst und lässt mehr rockige und Trip Rock-artige Einflüsse zu, wie man sie von The Gathering, Radiohead, alten Seigmen oder auch Portishead her kennt. Das gibt der Musik insgesamt einen etwas progressiveren Touch, aber sie ist dennoch tief melancholisch und depressiv. Natürlich gibt es immer noch dezente Anathema Anleihen, (eben Sleepless Night) oder die typischen Pink Floyd-artigen Gitarrenleads (z.B. Lost Smiles), wie sie Anathema gerne verwenden. Bei diesem Track hab ich mich dann auch spontan gefragt, wie wohl zwei- oder mehrfach überlagerter Gesang geklungen hätte ... Ansonsten hat man auf Thought-Tormented Minds die Wirkung von leicht disharmonischen Halbton Riffs für sich entdeckt, die man aber teilweise zu extensiv nutzt.
Insgesamt sind die Songs so arrangiert, das sich ein roter Faden ergibt, was aber auch dazu führt, das die Tracks teilweise doch recht ähnlich klingen. Die meisten Tracks sind 6, 7 oder 8 Minuten lang, was eine gewisse Langatmigkeit verursacht.
Fazit: Thought-Tormented Minds
ist ein gelungener Einstand mit einigen Highlights (Lost Smiles, This Gloomy Sickness, Afraid To Go On, Afraid To Come Back). Bei allen songwriterischen Qualitäten laufen GREYSWAN aber Gefahr zukünftig zu kompliziert zu werden.

Greyswan