| Endlich
haben es GREYSWAN geschafft! Die 1998 gegründete
italienische Band um Gianluca Bada hat nach viel Arbeit und zwei
hervorragenden Demos den Sprung auf ein Label geschafft (Coldblood
Industries brandneues Sublabel Ebony Tears, für die dunkle
und gotische Seite) und können nun mit Thought-Tormented
Minds ihr Labeldebüt präsentieren.
Das entpuppt sich als ungemein vielschichtig und bedarf mehrerer
Durchläufe, um die gesamte Tiefe des Albums auszuloten ...
jedenfalls, wenn man die vorhergehenden Demos kennt. Zunächst
scheint sich nicht sehr viel geändert zu haben: GREYSWAN
haben eine eigene Nische im Gothic/ Metal Sektor gefunden. Thought-Tormented
Minds tendiert nun aber mehr in die Rock, denn in
die Metal Richtung. Wieder sehr gut durchdacht und ausgefeilt.
Aber so nach und nach entdeckt man dann doch tiefergreifende Änderungen,
die sich eher subtil von hinten ins Gehör schleichen. Der
Einsatz symphonischer Streichersamples ist enorm zurückgegangen
und beschränkt sich nur noch auf ein hintergründiges
Minimum bei Sleepless Night (einem Track vom Demo 2001)
und ein paar Effekten. Darüber hinaus hat man sich von der
direkten Nähe zu alten Anathema gelöst und lässt
mehr rockige und Trip Rock-artige Einflüsse zu, wie man sie
von The Gathering, Radiohead, alten Seigmen oder auch Portishead
her kennt. Das gibt der Musik insgesamt einen etwas progressiveren
Touch, aber sie ist dennoch tief melancholisch und depressiv.
Natürlich gibt es immer noch dezente Anathema Anleihen, (eben
Sleepless Night) oder die typischen Pink Floyd-artigen
Gitarrenleads (z.B. Lost Smiles), wie sie Anathema gerne
verwenden. Bei diesem Track hab ich mich dann auch spontan gefragt,
wie wohl zwei- oder mehrfach überlagerter Gesang geklungen
hätte ... Ansonsten hat man auf Thought-Tormented
Minds die Wirkung von leicht disharmonischen Halbton
Riffs für sich entdeckt, die man aber teilweise zu extensiv
nutzt.
Insgesamt sind die Songs so arrangiert, das sich ein roter Faden
ergibt, was aber auch dazu führt, das die Tracks teilweise
doch recht ähnlich klingen. Die meisten Tracks sind 6, 7
oder 8 Minuten lang, was eine gewisse Langatmigkeit verursacht.
Fazit: Thought-Tormented
Minds ist
ein gelungener Einstand mit einigen Highlights (Lost Smiles,
This Gloomy Sickness, Afraid To Go On, Afraid To Come Back).
Bei allen songwriterischen Qualitäten laufen GREYSWAN
aber Gefahr zukünftig zu kompliziert zu werden.
Greyswan |