Es
ist scheinbar völlig egal, was und wie GREEN CARNATION
es anpacken, es kommt immer ein wundervolles Stück Musik
dabei heraus. Mit Acoustic Verses
zelebrieren die Norweger das 15-jährige Bandjubiläum
und geben bei der Gelegenheit der Fangemeinde die Chance, akustische
Songs mal als Ganzes auf einem Album zu genießen, nachdem
man ja immer wieder welche während der Konzerte zu hören
bekam. Bis auf Sweet Leaf und The Burden Is Mine...
Alone, die bereits im letzten Jahr auf der auf 1000 Exemplare
limitierten EP veröffentlicht wurden, ist der Rest brandneu
und wurde speziell und von vornherein auf akustischer Basis
komponiert.
Acoustic Verses ist ein sehr ruhiges,
teils verträumtes, teils melancholisches und doch sehr
abwechslungsreiches Album. Zum einen hat man sich 3 Violinisten
an Bord geholt, zum anderen teilt sich Sänger Kjetil Nordhus
immer häufiger den Gesang mit Bassist Stein Roger Sordal,
was zu wunderbaren Duetten führt.
The Burden Is Mine... Alone lebt ausschließlich
von seiner wundervollen Gitarremelodie, während es beim
Opener Sweat Leaf, bei Maybe? und Alone
das volle Programm inklusive Schlagzeug, Violinen und dem einen
oder anderem Sample gibt. Ein Highlight auf Acoustic
Verses ist aber ohne Zweifel das 3-teilige 9-29-045.
Hier zeigen GREEN CARNATION eindrucksvoll die
ganze Breite ihres Könnens in perfekter Harmonie.
9-29-045 wird vom instrumentalen Childs Play Part
III abgeschlossen, ist aber noch nicht das Ende, denn anschließend
folgt mit High Tide Waves noch ein Nachschlag, der
den bereits vollzogenen Abschluss durchbricht und daher irgendwie
fehl am Platze und sperrig wirkt, zumal er in eine etwas andere
Richtung geht, sehr düster und vom Gesang her sehr aggressiv
agiert. Diesen Song hätte man entweder ganz weglassen oder
als Hiddentrack mit etwas zeitlichem Abstand präsentieren
sollen.
Nichtsdestotrotz ist GREEN CARNATION mit Acoustic
Verses wieder ein fantastisches Album gelungen,
das den Hörer einmal mehr in seine eigenen inneren Welten
zu entführen weiß.