GRAVE FLOWERS – Incarcerated Sorrows

 
Label: Firebox
Release: 30.03.2005
Von: Psycho
Punkte: 5,5/10
Time: 67:03
Stil: Gothic Metal
URL: Grave Flowers
 

Bei GRAVE FLOWERS handelt es sich um ein schwedisches Zwei-Mann-Projekt, wobei Matte Andersson (evtl. einigen Lesern noch von Godgory bekannt) wohl die treibende Kraft darstellen dürfte. Musikalisch fühle ich mich sehr an Amorphis (Tales From A 1000 Lakes), Paradise Lost (Gothic, Icon) und teilweise ein wenig My Dying Bride erinnert. Also Gothic Metal mit viel Gitarrren-Harmonien (hier sogar zusätzlich mit manchmal extensiven Leads) und dezenten Keyboards. Der Gesang ist hingegen durchgehend clean gehalten und ähnelt in der Stimmlage und der Betonung ein wenig dem von Count Raven, was durch die immer wieder durchschimmernden Doom-Elemente in der Musik noch verstärkt wird, dabei allerdings nicht so extrem rüberkommt.
Mit dem Doppelpack At Night und Lackrosy gelingt dem Duo zunächst ein vielversprechender Einstieg: schöne Melodien, gekonnte Breaks und die notwendige Abwechslung an den richtigen Stellen, dazu das ganze gepaart mit einem wohldosierten Schuss Melancholie. Aber bereits das nächste Stück Fear Of Future kann diesen Standard nicht mehr halten und offenbart trotz tieferen Gesangs und schöner Akustikgitarren doch einige einlullende Längen. Auch die meisten der folgenden Tracks zeigen deutliche Schwächen und verfahren meist nach dem Schema: stark anfangen und dann noch stärker nachlassen. Was man dann so nach dem guten Beginn auch über den restlichen Verlauf der CD sagen kann, denn nur selten gelingt es, den beabsichtigten Spannungsbogen wirklich über die gesamte Länge eines Titels aufrecht zu halten. Spätestens nach der zweiten Strophe kommen fast immer deutliche Anzeichen von Langeweile auf, was natürlich auf Dauer nicht gut gehen kann.
Besonders negative Beispiele sind hier die beiden längeren Stücke gegen Ende, wobei Matte bei Cold Despair auch gesanglich klar an seine Grenzen stößt. In der Kaufversion gibt es dann als letztes Stück eine Cover-Version von Count Raven (wie passend) namens Leaving The Warzone. Kann ich mich zwar jetzt gerade nicht mehr dran erinnern und befindet sich auch leider nicht mit auf meinem Promo, aber hier könnte ich mir schon vorstellen, dass GRAVE FLOWERS diesen Song gut umgesetzt haben, da der Count Raven-Stil einfach ideal zu der Stilistik der Band passen dürfte.
Trotzdem ist Incarcerated Sorrows klar eine der schlechteren Firebox-Veröffentlichungen, die ich bisher gehört habe. Aufgrund der beschriebenen Schwächen und der mangelnden Originalität sind da nicht mehr als 5,5 Punkte drin.