Nach
Lektüre der Kurzbeschreibung von GRAVDAL, in der
von kompromisslosem Black Metal die Rede ist, bin ich wirklich
vom Sound auf Sadist überrascht.
Nach dem Intro erklingen nämlich bei Tomhet
eher schleppende Klänge, die Stimme tönt zwar harsch,
aber keineswegs über alle Maßen brutal. Ein wenig
mehr auf die Tube gedrückt wird dann anschleißend
während des deutsch betitelten Angst, das jedoch
niemals auf Eingängigkeit verzichtet und Black Metal fernab
von Chaos und Hochgeschwindigkeitsattacken präsentiert.
Leider bricht das Stück nach nicht einmal 3 Minuten Spielzeit
viel zu schnell ab - die aufgebaute Atmosphäre hätte
meiner Meinung nach doch ein paar Takte mehr Spielzeit verdient.
Das Titellied Sadist ist wiederum von trocken dahinrockenden
Riffs geprägt, während Sänger Galge die Texte
über schwache menschliche Wesen in die Welt hinaus spuckt.
Es macht sich immer wieder eine dreckige Attitüde breit,
moderate Rhythmen und teilweise schon sphärisch zu nennende
Passagen bestimmen das Bild und werden von schnellen Parts abgelöst.
Das Werk der Norweger ist also recht leicht zu erfassen, wobei
ich den Kompositionen die Attribute stilvoll und zugänglich,
aber auch krank sowie beklemmend zuschreibe.
Sadist sollte also all jenen gut gefallen, die
kurze Songs bevorzugen, nicht allzu komplexe Strukturen vorziehen
und auch nicht durchgehend pfeilschnelle Tempi brauchen, um
glücklich zu werden. Zusammenfassend kann ich GRAVDAL
attestieren, ein solides, unterhaltsames Album mit Hang zu morbiden
Sounds erschaffen zu haben. Manche Ideen hätten ruhig noch
ein wenig besser und auch länger ausgearbeitet werden können.
Für mich bleibt daher ein etwas zwiespältiger und
nicht ganz überzeugender Eindruck.