GRAVDAL – Sadist

 
Label: Unexploded Records
Release: 02.08.2008
Von: Stormlord
Punkte: 6.5/10
Time: 28:50
Stil: Black Metal
URL: Gravdal
 
Nach Lektüre der Kurzbeschreibung von GRAVDAL, in der von kompromisslosem Black Metal die Rede ist, bin ich wirklich vom Sound auf Sadist überrascht.
Nach dem Intro erklingen nämlich bei Tomhet eher schleppende Klänge, die Stimme tönt zwar harsch, aber keineswegs über alle Maßen brutal. Ein wenig mehr auf die Tube gedrückt wird dann anschleißend während des deutsch betitelten Angst, das jedoch niemals auf Eingängigkeit verzichtet und Black Metal fernab von Chaos und Hochgeschwindigkeitsattacken präsentiert. Leider bricht das Stück nach nicht einmal 3 Minuten Spielzeit viel zu schnell ab - die aufgebaute Atmosphäre hätte meiner Meinung nach doch ein paar Takte mehr Spielzeit verdient. Das Titellied Sadist ist wiederum von trocken dahinrockenden Riffs geprägt, während Sänger Galge die Texte über schwache menschliche Wesen in die Welt hinaus spuckt.
Es macht sich immer wieder eine dreckige Attitüde breit, moderate Rhythmen und teilweise schon sphärisch zu nennende Passagen bestimmen das Bild und werden von schnellen Parts abgelöst. Das Werk der Norweger ist also recht leicht zu erfassen, wobei ich den Kompositionen die Attribute stilvoll und zugänglich, aber auch krank sowie beklemmend zuschreibe.
Sadist sollte also all jenen gut gefallen, die kurze Songs bevorzugen, nicht allzu komplexe Strukturen vorziehen und auch nicht durchgehend pfeilschnelle Tempi brauchen, um glücklich zu werden. Zusammenfassend kann ich GRAVDAL attestieren, ein solides, unterhaltsames Album mit Hang zu morbiden Sounds erschaffen zu haben. Manche Ideen hätten ruhig noch ein wenig besser und auch länger ausgearbeitet werden können. Für mich bleibt daher ein etwas zwiespältiger und nicht ganz überzeugender Eindruck.